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Der Star der Preisverleihung, Hannelore Elsner.

Der Star der Preisverleihung, Hannelore Elsner. © Frank Rumpenhorst

Film

Hessen vergibt Filmpreis an Hannelore Elsner

Einmal im Jahr spielt das Land Hessen Hollywood und kürt herausragende Filmproduktionen. Bester Spielfilm war für die Preisrichter in diesem Jahr "Lore" von Cate Shortland.

Frankfurt/Main. Doch der eigentliche Star des Abends hieß Hannelore Elsner.

Am Ende stehen sie alle auf in ihren Smokings und Abendkleidern und spenden ihr minutenlang Applaus. Der großen Schauspielerin Hannelore Elsner, die am Freitagabend bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises 2012 für ihr Lebenswerk geehrt wird. Sie ist der Star dieser Frankfurter Preisverleihung, eine Schauspielerin der Herzen. "Für den Preis ist es enorm wichtig, dass Du ihn bekommst", sagt ihr Freund und Laudator, der Verleger Joachim Unseld.

Und "die Elsner", wie Unseld sie gern bezeichnet, sonnt sich in der Ehre. Gibt sich in ihrem schwarzen Kleid gerührt, überwältigt. Eine Grande Dame macht ganz großes Kino - auch wenn der ihr verliehene "Ehrenpreis des Ministerpräsidenten" einer der wenigen undotierten Preise ist. Aber das zählt nicht.

Denn die Verleihung der hessischen Film- und Fernsehpreise verfügt auch in diesem Jahr wieder über alle Zutaten, die für einen Abend im Stile Hollywoods dazugehören: aufgeregte Sternchen, die sexy am Roten Teppich posieren, die aber kaum einer kennt, einen Limousinenservice für die VIPs, Sekt und Häppchen, Kameras und Fotografen. Das Land Hessen verleiht seit 1989 jährlich seine Filmpreise und hat daher längst Erfahrung mit dieser Art von Event gesammelt.

"Wir wollen das Filmland Hessen national und international bekanntmachen", sagt Kunstministerin Eva Kühne-Hörmannn (CDU). Nach ihrer Einschätzung gehört Hessen "bereits heute zu den führenden Film- und Medienstandorten in Deutschland". Das wollen die Gäste im Saal, die sich an diesem Abend wieder selbst feiern, hören. Man ist unter sich, kennt sich. Auch wenn die ausgegebenen farbigen Bändchen an den Handgelenken wieder die wichtigen von den ganz wichtigen Gästen trennen.

Mit insgesamt 185 000 Euro sind die an diesem Abend vergebenen Preise dotiert. 25 000 Euro erhält die Regisseurin Cate Shortland für ihren Film "Lore", der von der Jury zum besten Spielfilm gewählt wurde. Die deutsche Co-Produktion sei ein "filmisches Meisterwerk". Die Kunst des geschickten, erzählerischen Weglassens erzeuge ein "fast mythisches Bild von der Odyssee mehrerer Kinder durch ein innerlich und äußerlich verwüstetes Land", schwärmen die Preisrichter.

Zum besten Dokumentarfilm küren sie die Produktion "Vergiss mein nicht". Regisseur David Sieveking zeige darin behutsam, wie die Demenz Besitz von seiner Muter Gretel ergreife. Die Auszeichnung ist mit 20 000 Euro verbunden. Claudia Michelsen erhält für ihre Rolle in "Der Turm" den Hessischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin. Zum besten Schauspieler wählt die Jury Stipe Erceg ("Blaubeerblau").

Der britische Regisseur Stephen Daldry bekommt den mit 10 000 Euro dotierten Preis der Frankfurter Buchmesse. Seine Umsetzung von Jonathan Safran Foers Roman "Extrem laut und unglaublich nah" wird damit als beste internationale Literaturverfilmung geehrt.

dpa


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