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DAS GROSSE LACHEN: Ein Theaterplakat bewirbt die Komödie „Lieber reich – aber glücklich“, hinten sind Heinz Erhard und seine Gilda zu sehen.© Nancy Heusel

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Ausstellung

Heinz Erhardt im Theatermuseum: Doch noch ‘ne Ausstellung

Brillen, Schreibmaschine, Personalausweis: 300 Exponate für Hommage an den Kultkomödianten

Hannover. In Englisch und Französisch jeweils „gut“, sonst überwiegend „genügend“: Eine große Leuchte war Heinz Erhardt nicht im Pädagogium Barsinghausen, wenn man dem Zeugnis von 1924 glauben darf. Was den großen deutschen Komiker aber nicht davon abhielt, später zu folgender Selbsteinschätzung zu kommen: „Ich bin sehr glücklich, dass es mich gibt.“

Von 1919 bis 1924 lebte der 1909 in Riga geborene Erhardt in der Wennigser Mark, bei der zweiten Frau seines Vaters Gustav, besuchte mit mäßigem Erfolg das Internat in Barsinghausen sowie das Realgymnasium in Hannover, die heutige Tellkampfschule. Nur ein biografisches Detail, natürlich, Erhardts hannoversche Bezüge sind aber ein interessanter Aspekt der Sonderausstellung „Heinz Erhardt: Privater!“, die ab dem 12. September im Theatermuseum in Schauspielhaus läuft.

Grundstock der im Aufbau befindlichen Schau sind die 19 Erinnerungsalben, die Heinz Ehrhardt zwischen 1947 und 1971 selbst angelegt hatte. In denen sammelte er alles, was mit ihm, seinem Wirken und seinen Werken zu tun hatte: Programme, Briefe, Theaterzettel, Zeitungsausschnitte. Wichtig jedoch: „Das ist nicht chronologisch, das wäre mir zu langweilig geworden“, sagt Carsten Niemann.

Der Museumsleiter hat den Kontakt zur Erhardt-Familie in Hamburg hergestellt, drei der vier Kinder Erhardts leben dort noch in einem Haus. Die zeigten sich sehr angetan von Niemanns Ausstellungsidee und gestatteten ihm, zahllose in einem Kellerraum aufbewahrte Erinnerungsstücke an ihren Vater mit nach Hannover zu nehmen. Der 1979 verstorbene Erhardt war nicht nur ein Multitalent, obendrein „war er unendlich fleißig“, berichtet Niemann. Vor dem Krieg war er schon mit Auftritten in Riga erfolgreich, dann wurde er, der Nichtschwimmer, nach zwei Ausmusterungen in die Marine Nazideutschlands einberufen. Dort setzte er als Truppenbetreuer seine Karriere als Alleinunterhalter fort, „da hat er sich selbst erfunden“. Im Nachkriegsdeutschland reüssierte er dann erst im Radio, später als Filmschauspieler, mit seinen Platten, als Autor humoristischer Bücher, als Komponist und immer wieder im Theater - auch in Hannovers GOP trat er häufig auf. Gerne gab er den naiven, schüchternen, leicht wirren Hausmann, wurde mit Filmen wie „Der Haustyrann“, „Natürlich die Autofahrer“ oder „Drei Mann in einem Boot“ in den 50ern und 60er Jahren ungeheuer populär.

Der Ausstellungstitel verrät es: Auch der Privatmensch Erhardt wird beleuchtet. Zu sehen sind Personalausweis, Manschettenknöpfe, die Schreibmaschine, etliche Brillen des großen Brillenträgers, Jacketts und ein Frack Erhardts sowie manch andere skurrile oder rührende Devotionalien „Es soll eine Hommage sein, sagt Niemann, „insgesamt sind es sicherlich 300 Exponate.“ Niemann und sein Team haben überdies Original-LPs von Erhardt erstanden, die im Eingangsbereich auf einem Flügel drapiert sind. Im Kinoraum läuft der NDR-Film: „Erhardt ist Kult“. Zur Eröffnung am 12. September werden besondere Gäste erwartet: Kinder und Enkel von Heinz Erhardt haben ihr Kommen zugesagt.


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