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Faszinierend: Szene aus dem Tanzabend von Landerer & Company in der Eisfabrik.

Faszinierend: Szene aus dem Tanzabend von Landerer & Company in der Eisfabrik.
© Arne Gutknecht

Tanztheater

Heimat in Bewegung

Umjubelt: In der Eisfabrik hatte ein Abend mit vier Tanztheater-Stücken von Landerer & Company Premiere.

Hannover. Vier Choreographen - vier Tanzstücke. Und die Frage: Wie setzt man den Begriff Heimat in Tanz und Bewegung um? Choreograph Felix Landerer hat dies mit seiner Company beeindruckend getan, im Rahmen der „Tanzoffensive II“ der Commedia Futura in der Eisfabrik.

In der ausverkauften Premiere von „Die Übersetzer“ präsentierte der unlängst mit dem Pro-Visio-Kulturpreis ausgezeichnete Landerer vier 20-minütige Stücke vor einer Wabenwand, ein eigenes und drei von drei Ensemblemitgliedern: Simone Deriu, Jessica van Rüschen und Menghan Lou, die auch mittanzen.

In seinem Eröffnungsstück „All knowing, fluorescent and biting“ thematisiert Landerer Ängste und ihre Auswirkungen auf die Menschlichkeit einer aufgeklärten Gesellschaft. Fesselnd, wie zu einer laut rauschenden Geräuschkulisse fünf Tänzer zittern, sich schützen, von einander entfernen und sich jeder einmal außerhalb der Gruppe befindet. Fließende und eckige Bewegungen, spannungsvoll, eine fast apokalyptische Atmosphäre.

In „... scattered them abroad“ von Deriu geht es um das Gefühl der Zugehörigkeit aufgrund unterschiedlichster Voraussetzungen. Drei blau geschminkte Akteure flüstern Kauderwelsch, gehen im Kreis. Dann gehen fünf Ungeschminkte teilweise im Gleichschritt zu pochenden Industrie-Rhythmen. Wechselnde Gruppenkonstellationen, wobei mit ausgestrecktem Arm auf Einzelne gezeigt wird. Beklemmend, aber auch mit leisem Witz.

Ein starker Kontrast nach der Pause: In „How(L)“ von J. van Rüschen geht es um den Körper als Heimat und um Selbstbestimmung. Lange regiert die Stille - bis laut Sound und Musik einsetzen. Sechs Akteure verharren erstarrt in verschiedenen Positionen, später bewegen sie sich extrem verlangsamt. Packend, berührend.

Schließlich „No actions without reasons“ von Lou. Sein Thema sind Vorbestimmungen. Drei Tänzer bewegen sich und einander zu spacigen Klängen, Puppenspieler und Marionetten zugleich. Ein klasse Abend mit unterschiedlichen Blickwinkeln, Ästhetiken und Körpersprachen, und tollen Sounds von Christof Littmann. Starker Applaus mit Jubel.

Weitere Informationen gibt es
hier
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Von Christian Seibt


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