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Kultur Hans Klok im Aegi-Theater
Nachrichten Kultur Hans Klok im Aegi-Theater
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15:07 02.03.2018
Hier ist was los: Hans Klok zaubert auf der Bühne das Aegi-Theaters ordentlich herum. Das Publikum ist begeistert. Quelle: Ditfurth
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Hannover

Hier ist man richtig, wenn man Mystery und Magie mit fliegenden Schwertern und geteilten Jungfrauen will: Mehr als 2500 verzauberte Zuschauer kommen in das dreitägige „House of Mystery“-Gastspiel von Hans Klok, wobei das „House“ in diesem Fall das Theater am Aegi ist.

Der niederländische Magier ist mit einem neuen Programm auf Tour, der größte Trick aber ist, dass er „Deutsch spricht!“ Anerkennendes Gelächter unter den Zuschauern, das Eis ist schnell gebrochen. Und „Ich klinge wie Rudi Carrell und sehe aus wie Linda de Mol“ – mehr Witze gehen erstmal nicht, denn es soll ja auch gezaubert werden.

Und dabei wird kräftig gedrittelt: Hans’ Kopf wandert in der Zauberkiste nach links, sein Körper nach rechts, die Beine bleiben stehen. Der Zauber-Sympathikus mit der Löwenmähne sieht dabei immer noch gut und wie Siegfried der Drachentöter aus.

Heute Abend erschüttert ihn gar nichts. Selbst als eine seiner vier Assistentinnen (in seiner Entourage sind preisgekrönte internationale Artisten – die fabelhaften „Divas of Magic“) dieselbe Behandlung erfährt. Die Musik befördert den Hollywood-Grusel, die tiefen Bässe rütteln an den Theatersesseln.

Das Publikum ist ruhig, sie wollen sehen und verstehen und sind dabei sehr aufmerksam. Am Beifall sparen sie aber nicht. Steampunks im Nebel, ägyptische Verkleidungen – „Gibt es noch Fragen?“ Ein Kraftakrobatik-Duo aus der Ukraine und Kanada ist phänomenal. Wie Golems sehen sie in ihren Anzügen aus, stemmen sich einander stoisch. Die LED-Wand blendet zur richtigen Zeit viktorianische Motive ein, die Show ist dabei auch ein wenig sexy.

Blitz und Donner, feine Pyro-Geschosse und Feuer und Flammen; Hans Klok, der schnellste Illusionist der Welt, hat mit zehn Jahren mit der Magie begonnen. Seinen ersten Zaubertrick hat er von seinem Großvater gelernt. Von der 2013 verstorbenen Zauberer-Legende Hans Moretti hat er gewagte Illusionen wie diese Schwerternummer übernommen: 14 Säbel stecken drei Männer aus dem Publikum in die kleine Kiste, in der sich der blonde Hans versteckt. Das dabei kein Blut fließt, ist Glücksache oder einem feinen Händchen geschuldet.

Geteilte Jungfrauen schweben über die Bühne, der Diabolo-Artist und die Hula-Hoop-Tänzerin erinnern an den Cirque du Soleil. Zwei Weinflaschen vermehrt Hans zu neun, da schlägt er jeden Oberkellner. Der kleine Zuschauer und Zauberfan Aaron schwebt in der Luft, es fehlt nicht viel, und er verschwindet wie ein Luftballon am Horizont. Das sind überraschende kleine und große Tricks. Eine „Psycho“-Hommage an Alfred Hitchcock mit der Musik von Bernard Herrmann (die berühmte Duschszene inbegriffen) lassen seine tiefe Liebe zum klassischen Horror verstehen.

Zum Schluss begeistert sein schnelles Zauber-Medley – und nach einer ausgiebigen Ensemble-Vorstellung, verschwindet Hans so schnell im Nichts, wie er gekommen ist.

Von Kai Schiering

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