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© Frank Wilde

Konzert

Hannover: So schön war die Musikparade

Am Freitagabend gastierte die Musikparade mit einer neuen Show in der Swiss-Life-Hall. Mehr als 2000 Fans kamen, feierten und bejubelten die sieben Nationenorchestermit mehr als 350 Künstlern.

Hannover. Großes Aufgebot also. Und Dauerstaunen und Begeisterung seitens des Publikums. Denn hier wird auf höchstem Niveau Militär-, Marsch- und Blasmusik präsentiert, die locker mit Evergreens, Folklore, Rock, Swing, Latin- und Popmusik durchmischt ist - während hochpräzise marschiert wird und dabei immer wieder komplizierte wie auch überraschende choreographische Formationen in der Hallenmitte entstehen. Faszinierende Bilder von Musikern in Aktion zu vielfältigen Klängen und Marchingbandsounds. Dazu Tanzdarbietungen.

Schon der Auftakt ist ein beeindruckendes Spektakel: Alle Nationenorchester treten auf und musizieren gemeinsam die „Eurovisionsfanfare“ (aus dem Präludium des „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier). Ein schöner Klang. Danach präsentieren sich die Orchester einzeln. Den Auftakt macht die City of Norwich Pipe Band (Schottland/Großbritannien), traditionell im Kilt, mit ihrer bewegenden Dudelsackmusik, in der sie „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus...“ einflechten.

Es folgt das Repräsentationsorchester des polnischen Heeres Wroclaw (Breslau/Polen): Zackige Märsche treffen auf flotte Poptitel (mit lockerer Choreographie) und auf das schön spannungsvoll gespielte James Bond-Thema. Mit besonders schnellen Schritten brilliert die Quirinus Band mit dem Bugle Corps. Ihre Interpretation des „Lord of the Dance“-Flöten-Themas berührt. Vor der Pause fesselt das Militärorchester Tschernigow (Ukraine) mit einem Mix aus flotten Märschen, Pop, Rock und heimatlicher Folklore, mit vier Tänzerinnen in Tracht. Die schwenken auch die Europafahne. Ein klares Statement.

Nach der Pause geht es weiter mit dem Militärorchester der nationalen Brigade I (Moldawien) mit zwei Tanzpaaren. Zwischen den Märschen und Medleys bringen sie beschwingt „Rosamunde“ und Peter Alexanders „Die Kleine Kneipe in unserer Straße“.

Mit fetzigen Trommelsoli heizt das State Wind Orchestra, das offizielle Staatsorchester Litauens, ein. Ohne Uniform, in grünen Anzügen, mischt es Märsche mit „Funiculi, Funicula“, „When the Saints go marching in“ und Swing- und Latin-Musik. Klasse ihre Kreisaufstellung.

Außergewöhnlich dann die letzte Formation, die Bicycle Showband Crescendo (Niederlande). Die Damen und Herren in einfacher holländischer Tracht mit Holzschuhen marschieren nicht, sondern „fahren marschieren“ mit ihren Hollandfahrrädern. Während sie das tun, spielen sie ihre Instrumente und bringen die „Rocky“-Filmmusikhymne und „Tulpen aus Amsterdam“ zu Gehör. Ihre Fahrrad-Choreographie ist faszinierend und besonders koordiniert.

Zum Finale vereinen sich unter der Leitung von Kapellmeister Oberstleutnant Nikolai Smal (Ukraine) alle Teilnehmer noch einmal zum „Orchester der Nationen“. Ein großartiger voller Gesamtklang - im Beisein der Nationenfahnen sowie auch der großen Europa-Fahne.

Schön flott-beschwingt klingt der „Colonel Bogey Marsch“. Mit Schwung und Lockerheit gerät das „Udo-Jürgens-/James Last-Medley“. Und Musical-Gesangsstar Carl Ellis (ehemals „Starlight Express“) singt berührend Leonard Cohens „Hallelujah“. Danach folgen „Scotland the Brave“ (eine der drei inoffiziellen Nationalhymnen Schottlands) und das traditionelle schottische Abschiedslied „Auld Lang Syne“ (sinngemäß „Längst vergangene Zeit“/deutsch: „Nehmt Abschied, Brüder“). Jubel mit Fußgetrappel und langer, kräftiger Applaus.

Als Zugabe, es darf nicht fehlen, gibt es noch den schmissig gespielten „Radetzky Marsch“ (von Johann Strauss, Vater). Ein beeindruckendes Musikerlebnis, das wieder in Zusammenarbeit mit dem Bezirksverband Hannover des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. durchgeführt wurde: Die Besucher spendeten für die Deutsche Kriegsgräbervorsorge - um den Frieden anzumahnen. 4/5


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