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VIELSAGENDE GLATZE: Gitarrist Kerry King ist von Anfang an dabei.

VIELSAGENDE GLATZE: Gitarrist Kerry King ist von Anfang an dabei.© Tim Schaarschmidt

Konzert

Hannover: Slayer rocken die Gilde-Parkbühne

„Happy Birthday, lieber To-hom, happy Birthday to you!“ singen die Metal-Heads brav. „Thank you very much, but that was yesterday!“, bedankt sich der Besungene, Slayer-Frontmann Tom Araya. 2500 Metal-Fans wollten nett sein, aber können sich ja auch mal irren. Witziger wird es nicht an diesem Abend auf der Gilde-Parkbühne.

Hannover. Slayer werden geliebt oder sind total verschrien, ob ihrer extremen Spielweise, mehr jedoch wegen ihrer harten Texte. Im Gilde-Park gibt es keine zwei Meinungen. Schon vor Showbeginn schütteln die Fans ihre Fäuste und skandieren den Bandnamen der Grammy-Preisträger. Vorband Kataklysm hat schon die Ohren aufs heftigste durchgepustet. Nun wartet die Menge auf die „Könige des Thrash Metal“.

Es fehlen eigentlich nur Hörner und Fell: Kräftig und groß, wie bebende Büffel in der Prärie, schnauben und stampfen Slayer zu den brutalen Schlägen ihrer Songs. Während sich die Scheinwerfer auf Kerry Kings tätowierter Glatze spiegeln, zucken die Stroboskope über das Feld, die Security hat ihre Mühe, die feiernden und purzelnden Fans über die Absperrung zu wuppen.

„Repentless“, also reuelos, nennen Slayer ihre Tour und das neue Album. Und wer die Texte ihrer Klassiker „Angel of Death“ und „Raining Blood“ kennt, weiß, die Band diskutiert nicht, liebt es kompromisslos. Araya und King, sind die verbliebenen Gründungsmitglieder. Jeff Hanneman ist vor drei Jahren verstorben (die einen sagen Leberzirrhose, die anderen Spinnenbiss; beides ist unfreiwillig Metal-würdig), die Fans vermissen den blonden Gitarristen. Ersatzmann Gary Holt trägt einen Backenbart wie Schleifpapier. Seine Soli kreischen über den Platz, das ist allerfeinste Oldschool-Gitarre. Paul Bostaph steuert das Trommelfeuer bei.

Die Band aus Los Angeles hat in ihren 35 Jahren schon einiges gesehen, anders lässt sich ihre stoische Ruhe und Gelassenheit, die sie trotz all der aggressiven Musik ausstrahlen, nicht erklären. Araya ist schlichtweg der „Big Daddy“ der Scene, und zusammen mit Metallica, Anthrax und Megadeth gehören Slayer zu den Fantastischen Vier des Thrash Metal.

Das Banner im Bühnenhintergrund mit dem gezackten Bandlogo fällt, „Angel of Death - Hannemann“ steht dort nun in riesigen Buchstaben. Die Fans danken es mit Jubel und der Wacken-Gabel, während ihre Trash-Heroen sich nach knapp 90 Minuten mit der einsetzenden Dämmerung verziehen.

Kai Schiering


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