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Die diesjährigen „Proms“: Draußen ist es ein wenig frisch aber stimmig illuminiert, drinnen kommt die Radiophilharmonie ins Schwitzen.

Die diesjährigen „Proms“: Draußen ist es ein wenig frisch aber stimmig illuminiert, drinnen kommt die Radiophilharmonie ins Schwitzen.
 © Foto: Kutter

Übertragung in den Stadtpark

„Hannover Proms“ mit Andrew Manze

Tolles Programm, gut Stimmung: 4000 feierten die „Hannover Proms“ drinnen und draußen. Der NDR brachte das Konzert im Fernsehen

Hannover.  Wenigstens die Musik war heiß: Als auf der großen Leinwand Weltstar Renée Fleming „Surabaya Johnny“ schmachtete, wurde Thermoskannen mit Glühwein geöffnet. 1000 „Proms“-Fans hatten sich im Stadtpark versammelt, um die „Last Night of the Proms“ zu sehen und zu hören und davor zwei Stunden lang Hannovers Antwort auf die legendäre Londoner Nacht.

Die deutlich angenehmer klimatisiert vor 3000 enthusiastischen Zuhörer im lange ausverkauften Kuppelsaal über die Bühne ging. Und das hatte schon große Klasse, was die NDR Radiophilharmonie unter Andrew Manze mit vier Chören aus Hannover (Mädchen-, Knaben-, Brahms- Chor, Camerata Vocale) lieferte.

Erst mit viel Paukengedröhn die „1812-Ouverture“ von Tschaikowsky, ein bisschen Belcanto von Donizetti und Puccini. Dann die „Polowetzer Tänzer“, die Andrew Manze, das verriet er in seiner Moderation, schon mit 14 Jahren in einem Jugendorchester gespielt hat – in der Royal Albert Hall. Und an genau die fühlte er sich erinnert, als er zum ersten Mal den Kuppelsaal betrat. Die übrigen russischen Stücke wie den „Säbeltanz“ oder das Hochgeschwindigkeitsstück „Lezghinka“ von Chatschaturjan wurde in Bestform abgespult.

Und da waren dann auch wieder die seligen Momente mit viel Fahnenschwenken, als das Publikum bei „Land of Hope and Glory“ mächtig mitsang – und dabei vor allem dem Signum der Europäischen Union huldigte, obwohl auch einige Union-Jacks rausgeholt wurden. Die Werbung, die solche Abende für Hannover machen, sind eigentlich unbezahlbar – man fühlt sich schon in einer anderen Liga, wenn Moderatorin Susanne Stichler zu Beginn der Überblendung „Hallo London“ ruft.

Und es gibt auch bei solch minutiös durchgetakteten Ereignissen die kleinen Pannen. Man möge doch ja extrapünktlich aus der Pause zurück sein. Das Publikum war es, saß minutenlang erwartungsvoll auf seine Plätzen. Nur hatte offensichtlich keiner den Ehrengästen und der versammelten NDR-Prominenz im Separee Bescheid gegeben.

Aber egal: Der Schluss des Abends war dann ein ganz exklusives Vergnügen für die Kuppelsaal-Besucher. Als Zugabe kam das „Trinklied“ aus „La Traviata“ (von Joyce El-Khoury und Joshua Guerrero, den Solistne des Abends) und danach – „die laute Version“ so Andrew Manze – von noch einmal „Land of Hope and Glory“.

Von Henning Queren


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