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Ein Gläschen auf Hannover: „Ohne Tilel (Im Café)“ heißt das Aquarell von Ernst Thoms, das 1925 entstand und eine Leihgabe des Landes Niedersachsen ist.

Ein Gläschen auf Hannover: „Ohne Tilel (Im Café)“ heißt das Aquarell von Ernst Thoms, das 1925 entstand und eine Leihgabe des Landes Niedersachsen ist.
© Repro: Sprengel Museum

Sprenbgel Museum zeigt „revonnah“

Hannover, Hauptstadt der Avantgarde

Tolle Ausstellung über eine bewegende Zeit in Hannover: Das Sprengel Museum widmet sich in seiner aktuellen Schau der künstlerischen Aufbruchstimmung von 1912 bis 1933 – mit Künstlern wie Kurt Schwitters, Emil Nolde, El Lissitzky und der Malerei der Neuen Sachlichkeit.

Hannover. Ganz vorn in Sachen Kunst, die wichtigste Stadt für die Moderne – Hannover war führend in Deutschland. Und das beweist die aktuelle Ausstellung „revonnaH – Kunst und Avantgarde in Hannover 1912–1933“ im Sprengel Museum.

Die Ausstellung ist einfach ein Muss, wenn man sich irgendwie mit Hannover verbunden fühlt oder wissen möchte, welchen Rang diese Stadt kulturell einmal hatte. Und worauf man gerade setzt – wo es um die Bewerbung als Europas „Kulturhauptstadt 2025“ geht.

Das Sprengel Museum hat die zwei Jahrzehnte ebenso vorbildlich wie aufwendig aufgearbeitet und entwirft ein großartiges Panorama der Avantgarde mit allen, die damals prägend waren, wie El Lissitzky, Emil Nolde, Paul Klee, Marc Chagall und als Zentrum und Netzwerker Kurt Schwitters, der seine Heimatstadt eben nicht verlassen hatte, sondern bedeutende Kunst und Künstler hierher holte.

Die Ausstellung überwältigt allein schon durch ihre Fülle mit mehr als 300 Werken von 100 Künstlern, die übersichtlich und durchdacht präsentiert werden. Los geht es chronologisch mit den ersten Sammlern und Sammlungen, die auf privater Initiative beruhten. Ein Raum widmet sich den Institutionen wie Kestnergesellschaft, Kunstverein und Provinzial-Museum, ohne die diese Blüte gar nicht möglich gewesen wäre. Und dann wird in drei Räumen aufgefächert in die einzelnen Kunstströmungen, die Hannover damals bestimmten, die Expressiven (Otto Gleichmann), die Abstrakten (Kurt Schwitters) und die Sachlichen (Grethe Jürgens).

Warum gerade damals Hannover? Das war ein glückliches Zusammentreffen aus besonderen Persönlichkeiten (Kurt Schwitters, Hermann Bahlsen) und einer besonderen Größe der Stadt, ausreichend für eine große wirtschaftliche Kraft, handlich genug für kleine Zirkel und Freundeskreise, die sich nicht wie in anderen Städten für Kunstformen wie das Musiktheater engagierten, sondern ausdrücklich für die Bildende Kunst.

„Und damals herrschte auch ein besonderer Widerspruchsgeist“, so Sprengel-Direktor Reinhard Spieler, ein Geist, der sich gegen konservative Stimmungen und eine entsprechende Politik im hannoverschen Rathaus richtete. Mit einem Stadtdirektor, der es sich ausdrücklich verbat, dass jemals Emil Nolde in seiner Stadt ausgestellt wird. Was den Direktor des damaligen Kestner-Museums veranlasste, für seine Sammlung eine Nolde-Grafik anzuschaffen und entsprechend zu präsentieren.

Von Henning Queren


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