Navigation:
SO GEHT PARTY: Fettes Brot feiern mit5000 Fans auf der Gilde-Parkbühne.

SO GEHT PARTY: Fettes Brot feiern mit
5000 Fans auf der Gilde-Parkbühne.© Florian Petrow

Konzert

Hannover: Fettes Brot bleibt schimmelfrei

5000 Fans haben das Hamburger Hip-Hop-Trio Fettes Brot am Freitagabend an der Gilde-Parkbühne gefeiert.

Hannover. Das lässt sich Hannover nicht gefallen: Zum aktuellen Album „Teenager vom Mars“ machten Fettes Brot zwar eine hübsche Tour - diese führte aber abgesehen von einem Aufwärmkonzert in der Glocksee an der Landeshauptstadt einfach vorbei. Das Gepöbele der Fans hat gezogen - nachträglich kündigte das Hamburg-Trio noch ein Open Air an. Die richtige Entscheidung: 5000 Menschen feierten am Freitag die ewig jungen Rapper an der Gilde-Parkbühne. Ausverkauft!

Das war keine Selbstverständlichkeit. Die neue Platte lief bei weitem nicht so gut wie ihr Vorgänger „3 is ne Party“ - ein Hit fiel nicht ab. Macht aber bei einer Gruppe wie Fettes Brot gar nicht so viel. Man könnte sie inzwischen Nostalgie-Act nennen. Das Publikum ist an diesem Abend in Hannover hauptsächlich in den 30ern. Manche mögen sich beim Kartenkauf noch gefragt haben: Soll ichs wirklich machen oder lass ichs lieber sein?

Diejenigen, die sich selbst mit einem Ja antworteten, wurden tatsächlich belohnt. Die „Teenager vom Mars“ landen zwar immer mal wieder - „Meine Stimme“, „Das letzte Lied auf der Welt“ und andere neue Songs werden hinreichend gewürdigt und passen durchaus in den Abend. Hauptsächlich gehts aber um die großen Hits von Dokter Renz, König Boris und Björn Beton. Songs wie „Können diese Augen lügen?“ sind Hausnummern, auf die sie sich verlassen können - und die eine solche Strahlkraft haben, dass sie auch in 15 Jahren noch Leute vor die Brot-Bühne ziehen werden.

Die ist funktional gestaltet. Ein großes Bild von ein paar Containern im Hintergrund - einer mit „Fettes-Brot“-Aufdruck. Dafür viel Licht, viel Alarm. „Habt ihr euch auf diesen Abend gefreut“, fragt König Boris? Hat Hannover. „Du bist so schön“ passt dann als gesungene Ansage ja gut. „Habt Ihr Interesse an einer klitzekleinen Naturgewalt, Hannover?“, fragt er danach. Beim anschließenden „Erdbeben“ ist Hannover auch schon voll dabei.

Und so werden dann auch im Verlauf des Abends allerlei Songs rausgekramt, die trotz teils biblischen Alters - „Nordish by Nature“ (gibts gleich zum Start im Remix auf die Ghostbusters-Titelmelodie und „I Like To Move It), erschien 1995, „Jein“ feiert 20-Jähriges - noch keinen Schimmel angesetzt haben.

Ganz besonders nicht „An Tagen wie diesen“, einer der wenigen ernsten Momente im Spaß-Kanon der Brote. Im Rausch des Greatest-Hits-Medleys eine angenehme Erinnerung daran, dass die Brote nicht nur für Nonsens, sondern auch für gute Texte bekannt geworden sind. Die schnell mit „Und alle so Yeah“ überspielt wird.Am Ende des zweistündigen Sets ist dann auch egal, dass die ganze „Teenager vom Mars“-Nummer letztlich nur ein guter Anlass war, mal wieder das Best-of auf die Bühne zu bringen. Das wird fast ein bisschen zu routiniert durchgespielt, die Show wirkt zeitweise mehr nach Nachsitzen denn als Abschlussarbeit. Ein bisschen „Fettes Brot machen Fettes-Brot-Karaoke“, ein bisschen „Die fetten Jahre sind vorbei“. Nach viel Bier geht es aber dann ja doch nur darum, ob Bettina ihre Brüste eingepackt hat. In der Hinsicht dürfen die Brote auch das nächste Mal gern vorbeikommen in Hannover. Zum Finale gibts ja seit Jahren genug Schwule Mädchen. Geht immer. Auch in Hannover.Einer Sache können sich Fettes Brot gewiss sein: Auf die Frage „Wo sind meine Leute da draußen?“ werden sie immer eine Antwort hören - das nächste Mal auch gern wieder gleich in Hannover. Und nicht nur auf Nachfrage.

Sebastian Scherer


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Alt-Kanzler Gerhard Schröder fordert lokale Firmen auf, Hannover 96 mehr Geld zu geben. Was halten Sie davon?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie