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MIT VIEL BASS: Gestern Abend begeistertendie Beginner beim Tourstart in derSwiss-Life-Hall ihre Fans.Foto: Schaarschmidt

MIT VIEL BASS: Dienstagabend begeisterten die Beginner beim Tourstart in der Swiss-Life-Hall ihre Fans.© Tim Schaarschmidt

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Swiss-Life-Arena

Hannover: Beginner längst nicht am Ende

Die Testsieger rappen wieder: Hamburger Hip-Hop-Helden "Beginner" feierten am Dienstagabend einen perfekten Tourstart in Hannover.

Hannover. hannover. Wo „Advanced Chemistry“ draufsteht, muss auch „Advanced Chemistry“ drin sein. Und so steht Torch im Foyer der ausverkauften Swiss-Life-Hall, der Spiritus Rector der deutschen Hip-Hop-Szene, und vertickt T-Shirts seiner Band, mit der alles begann: Sprechgesang und Rapkultur mit deutschen Texten und deutschen Themen. An dessen Ende ganz folgerichtig die Beginner stehen, die hier ihren Tourauftakt zum Comeback-Album nach 13 Jahren feiern. Der Name? „Advanced Chemistry“.

„Ey yo, ich komm mit großen Herzen und Pauken und Trompeten für die Obernerds und die saufenden Proleten“, so geht’s los. „Ahnma“, du ahnst es nicht. Das Nebelhorn ferner Schiffe und dann im Refrain die Kartätschenstimme vom menschlichen Sandsack Gzuz: „Was los, Digga, ahn ma’“, rappt er: „Wir packen Hamburg wieder auf die Karte“. Ja, stimmt schon: „Der Testsieger rappt wieder“.

Die drei Hanseatensöhne - Jan Delay, der sich jetzt wieder Eizi Eiz nennt, Denyo und DJ Mad, der große Stoiker an den Turntables - haben die Straße auf die Bühne geholt. Im Geist war der Hip-Hop, immer ein großer Umarmer; die Beginner erinnern daran, wortgewaltig und echt fett. Wohl nicht umsonst teilen sich der Hip-Hop und die Hansestadt Hamburg die selben Initialen. Später kommen noch Samy Deluxe, für „Meine Posse“. Alle Lampen an und alle Hände hoch.

Und dann Torch. „Ohne diesen Typen und diese Band wären wir heute nicht hier“, sagt Eizi Eiz, und dann vermengen sie ihr „Thomas Anders“ mit seinem „Fremd im eigenen Land“, der Initialzündung des deutschen Hip-Hop. Chemie für Fortgeschrittene. Ein Ü-30-Publikum spürt noch einmal dem Soundtrack seiner Jugend nach, den Abi-Partys, Kellerfetenknutschereien und musikalischen Erweckungserlebnissen. „Ihr wollt ein Liebeslied?“ näselte Eizi Eiz damals und näselt es noch heute: „Ihr kriegt ein Liebeslied“. Ja, klar. Und dazu „Hammerhart“, „Geh bitte“ und „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“. Nestwärme.

Und Aufbruch. Neue Songs wie „Rap & fette Bässe“, „Es war einmal“, „Kater“ und - ganz am Ende - das Sehnsuchtslied „Nach Hause“ zeigen, dass man auch als Familienvater in den Vierzigern noch lebt. Und wie.

Es ist das erste Beginner-Konzert im neuen Jahrtausend in der Stadt, wie Eizi Eiz betont: „Früher fanden wir Hannover nicht so geil. Jetzt finden wir es richtig geil.“ „Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss“, heißt es in „Füchse“. Und was ein Fuchs tun muss, ist offenbar, eine großartige Show zu geben. Und Fans tun, was sie tun müssen: Feiern. Fuchsteufelswild.

5 von 5 Sternen


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