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Expo-Plaza

Hannover: 23.000 feiern Sunrise Avenue und Samu Haber

23.000 Fans feierten am Samstagabend den Auftritt von Surise Avenue in Hannover. Samu Haber in Bestform. Ein Konzert mit Frauenüberschuss.

Hannover. Den Haarschopf ein bisschen länger, die Hüften ein bisschen schmaler – die musikalische Auszeit hat Samu Haber offenbar richtig gut getan. Der Finnen-Frontmann von Sunrise Avenue wirkt lockerer den je als er auf dem Expo-Plaza vor 23.000 Fans die Bühne betritt.

Zur „Fairytales – Best of Tour“ hatte er nicht nur seine drei Bandkollegen dabei. Auf der Mega-Bühne wartete bereits ein 24-Kopf-starkes Orchester für den Superstart in den Konzertsommer. Spektakuläre Bühne, spektakuläre Musiker – aber leider kein spektakuläres Ende.

Schon nach gut 90 Minuten war die ganze Show vorbei. Es hätte ruhig mehr sein dürfen. Denn zweifelsohne waren es besondere Momente, die die Rocker gemeinsam mit den Klassik-Musikern gestalteten. Eine E-Gitarre harmoniert eben auch mit der Violine. Und so klangen die seit Jahren bekannten Hits von Sunrise Avenue doch irgendwie ganz anders.

„Unholy Ground“ zur Eröffnung, ein Vollgas-Rocksong mit harten Drums, bekommt durch die Streicher eine ganz neue Wirkung. Das war selbst für Samu Haber neu. Dabei weiß er durchaus wie es ist, mit einem Orchester auf der Bühne zu stehen. Das geschah bisher aber mehr in einer Clubatmosphäre.

Ein magisches Open-Air wie auf der Expo-Plaza erlebten auch Sunrise Avenue noch nicht. Die 23.000 Fans überzeugte der Blondschopf jedenfalls von Beginn an. Kein Wunder. Schließlich grenzte die Frauenquote im Publikum nahe an einen Auftritt der Chippendales. Die Wirkung des 39-Jährigen auf Frauen scheint ähnlich anziehend zu sein. Und dann auch noch dieses Stakkato der Samu-Hits.

Vollgas von Beginn an, mal im Boygroup-Stil, mal Rockstar und dann wieder in ganz neuen Versionen mit dem unfassbaren Zusammenspiel im Orchester. „Welcome to my life“ – eigentlich der Rausschmeißer-Song bei Sunrise-Avenue-Konzerten als Zugabe – kam auf einmal ganz leise daher. Haber, gesegnet mit einer unglaublichen Stimme, machte die riesige Bühne zu einem ganz privaten Ort.

Das halbe Jahr Auszeit, das sich Sunrise Avenue gönnten, tat den Jungs gut.

Vor allem Haber, zuletzt als „Voice of-Germany“-Coach unterwegs. Weniger Alkohol, weniger Zigaretten, mehr Fokus auf Musik. Drei Monate alleine verbrachte er in Australien und Neuseeland, um körperlich wieder fit zu werden. Fast möchte man sagen, er ist doch noch erwachsen geworden.

Mit schwarzem Hemd und schwarzem Sakko steht er auf der Bühne. Dem Mann, der sonst eher im Feinripp sein Superman-Tattoo präsentiert, steht der neue Style richtig gut. Dieser Auftritt mit dem großen Orchester wird es in diesem Sommer nicht noch einmal auf der Tour geben. Auch das macht den Abend unter freiem Himmel besonders.

Da kann man den Jungs auch den doch unspektakulären, zu sehr auf Schmuserock ausgelegten zweiten Teil des Konzerts verzeihen. Ein bisschen mehr Tempo hätte definitiv nicht geschadet. Und ein paar mehr Songs auch nicht.

 Carsten Bergmann


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