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So sehen echte Torfrock-Fans aus.© Wilde

Konzert

Hannover: 1600 feiern Torfrock im Capitol

Die Bühne des Capitols liegt im Dunklen, purpurne Lichter flackern auf - „Stech’ den Torf gut“, befiehlt die tiefe Stimme vom Band. Die Arbeitsanweisung hat regionalen Bezug, wer weiß, vielleicht ist ja jemand unter den Fans, der das schon mal gemacht hat. Für die Zuschauer ist das wie ein Codex eines Geheimbundes, auf jeden Fall ein Weckruf.

Hannover. Die Feiertage sind halbwegs vorbei, jetzt wird richtig getobt. Die Schleswig-Holsteiner Band Torfrock begeht ihre 26. „beinharte Bagaluten-Wiehnacht“ in Hannover. Und wer je eines der Weihnachtskonzerte der Mundart-Rocker beigewohnt hat, weiß um den Ablauf des Abends: „Es gibt die Bösen und die Guten, wir sind die Bagaluten!“

Die Zustimmung könnte kaum größer sein. Das Capitol ist fast ausverkauft, knapp 1600 Zuschauer, Familien mit Kindern, Leute vom Land, Wacken-Freunde in Runen-T-Shirts, Kampftrinker, die ihre gestapelten Pfand-Becher wie eine Trophäe vor sich her tragen, mit anderen Worten – Torfrocks übliche Bescherung, mit Klampfe, Klamauk und Wikinger-Hörnern.

Die vielen Cover-Stücke spielen die vier Nordmänner gleich zu Beginn, „Hey Joe“ und „Summertime Blues“, die „Great Balls of Fire“; die vier Musiker sind richtige Rock ’n’ Roll-Freunde, allein, die Texte haben sie eingedeutscht. Torfrock haben so einige Hits dabei, und natürlich ihre Weihnachtsgedichte: „In einem Stall in Bethlehem - muh macht die Kuh, ist faul dazu, tu’ mal was und gründe doch die Christenheit!“, mehr lässt sich nicht verstehen, das Gejohle und Gebrabbel des Publikums ist einfach zu laut.

„Vielen heiligen Danke!“ bölkt Klaus Büchner, Gründer der Band und ihr Vorsänger in die Menge, „Vielen heiligen Bitte!“, schreien die Fans zurück. Torfrock sind professionell und in Spiellaune, sehr rockig, sauber, und haben immer eine gute, kräftige Gitarre im Anschlag. „Die Butterfahrt“ kommt mit Kotz-Klamauk und Flöteneinsatz. Die „Odin“-Rufe im Publikum werden lauter, der Göttervater und Kriegsgott ist hier außerordentlich populär. Vielleicht ist er ja der glaubwürdigere Gott, einer mit deutschem Pass.

Torfrock sind laut und spielen kräftig nach vorne. „Bum ba di bum bum“, Gitarrist Raymond packt seine Flying V-Gitarre aus. „Over in Hannover“ kräht Klaus nach dem x-ten Odin-Geflehe der Fans. „Wir saufen den Met - bis keiner mehr steht“ und „Presslufthammer B-B-B-Bernhard“, das Publikum stottert den Refrain mit. Mit „Volle Granate, Renate“, fangen nach einer guten eindreiviertel Stunde die Zugaben an. „Im Dezember auf dem Fischmarkt“ und „Let’s work together“ rocken Torfrock zusammen mit ihrer Vorband. „Oh, wie ist das schön“, skandieren die Fans. Zum Dank gibt es eine letzte Zugabe - „Leise rieselt der Met“. Na, wenn’s schon nicht schneit. schie


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