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Kultur „Grupo Corpo“ in der Staatsoper
Nachrichten Kultur „Grupo Corpo“ in der Staatsoper
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16:01 17.04.2019
Vorbildliche Haltung: Die brasilianische „Grupe Corpo“ und ihr Stück „Gira“ zum Start der Ostertanztage. Quelle: Pederneiras
Hannover

Das hat schon etwas Archaisches, Tänzer in weißen Röcken drehen sich wie besessen im Kreis,alles spärlich illuminiert – hypnotische Trommeln versetzen selbst die Zuschauer in Trance.

„Gira“ heißt das schweißtreibende Stück der brasilianischen Truppe „Grupo Corpo“, die die diesjährigen Ostertanztange überzeugend eröffnete. Vielleicht die letzten ihrer Art – was der neue Ballettdirektor vorhat, wird erst in der kommenden Woche vorgestellt. Immerhin hatte dieses kleine Festival seine Fans, die Vorstellungen sind durchweg ausverkauft . Es zeugte vom Mut von Ballettchef Jörg Mannes, sich dem internationalen Vergleich zu stellen – diesmal mit seiner Produktion „Inferno“. Und es hatte den Vorteil, dass man auch überregional bedeutsame Compagnien im eigenen Haus bewundern konnte.

Wie eben „Grupo Corpo“, die zum Abschluss ihrer Tour in Hannover Station machte. Und zeigt, was ihre Qualität ausmacht: extrem gut trainiert für die eigentümliche Tanzsprache von Rodrigo Pederneiras, der seit mehr als drei Jahrzehnten die Körpergruppe prägt – indem er klassisches Ballett noch deutlich erkennbar lässt und es mixt mit urwüchsigen brasilianischen Tanzeinflüssen wie beispielsweise der überaus gelenkigen Kampfkunst Capoeira.

Was sehr gut auch in dem Eröffnungsstück „Danca Sinfonica“ zu sehen ist: Purer Tanz in schönem Fluss – hier wird nur die Freude am Zusehen gefordert. Von 2013 stammt die Choreographie aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der Compagnie. Dem Tanz entsprechend die kulinarische Musik, die Minimal-Music-Muster mit Bach-Zitaten und großsinfonischem Sound mischt. Bemerkenswert dabei die kraftvollen Sprünge und ein besonders ausdrucksstarker Pas de Deux in der Mitte des 40-Minüters.

Das Bühnenbild ist eine gigantische Fototapete aus mehr als eintausend einzelnen Fotos aus den privaten Sammlungen von Tänzern, Ballettmeistern bis hin zu Technikern und Platzanweiserinnen.

Da geht es in „Gira“ deutlich düsterer zu. Das Ganze erinnert an eine sakrales Handlung, das Bühnenbild erdfarben, an der Wand rundherum funzeln Glühbirnen. Die Tänzer sind obenrum nackt und bewegen sich wie unter Strom gesetzt in komplexen Mustern, ziehen sich immer wieder an die Wand zurück, werden hinter einer dunklen Decke verborgen – bis sie wieder Opfer werden, alle tragen ein blutrotes Mal im Bereich der Kehle. Der Choreograph hat sich von brasilianischen Kulten (Orixás, Candomblé) inspirieren lassen.

Alles ein wenig magisch: Das überträgt sich aufs Publikum. Stehende Ovationen und satter Applaus für die erfreuten Tänzer.

Von Henning Queren

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