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Gerhard Richter mischt sich ein.

Gerhard Richter mischt sich ein. © Arno Burgi

Museen

Gerhard Richter fordert Erhalt von Museum Morsbroich

Die Wogen der Empörung angesichts der drohenden Schließung des Museums Morsbroich schlagen hoch. Nun hat sich auch Kunststar Gerhard Richter eingeschaltet.

Düsseldorf. Die drohende Schließung des renommierten Museums Morsbroich hat auch Deutschlands bedeutendsten Künstler auf die Barrikaden gebracht. Maler Gerhard Richter (84) protestiert in einem Offenen Brief scharf gegen die Schließungsvorschläge für das überregional beachtete Museum für Gegenwartskunst.

"Eine öffentliche Sammlung ist keine Geldanlage, die je nach Kassenlage geplündert werden kann", schrieb Richter in dem Brief an Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD), der am Freitag veröffentlicht wurde. Morsbroich sei eine hoch angesehene Institution, deren "vorbildliche Arbeit" weit über die Grenzen des Landes hinaus wahrgenommen werde.

Wirtschaftsprüfer hatten in einem Gutachten empfohlen, das 1951 eröffnete Museum zu schließen, damit die verschuldete Stadt Leverkusen ihre Sparvorgaben erfüllen könne. Mit einer Schließung und dem Verkauf der Sammlung könnten demzufolge fast 780 000 Euro pro Jahr gespart werden.

Gegen die Empfehlung regt sich massiver Protest. Rund 20 Museen in NRW, Kulturverbände sowie die erst seit wenigen Monaten amtierende NRW-Kulturministerin Christina Kampmann (SPD) warnten vor einem Aus für Morsbroich.

Richter, der in Köln lebt und dessen Bilder international für Millionen gehandelt werden, hatte 2009 eine erfolgreiche Ausstellung in Morsbroich und ist dem kleinen Haus seit vielen Jahren künstlerisch verbunden. In der Sammlung befänden sich zwei wichtige Gemälde, zahlreiche Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafik aus seiner Hand, schrieb Richter. Seine Kunstwerke seien dem Museum überlassen worden in dem Glauben, dass in Leverkusen Museumsbesitz "als Erbe und Gedächtnis einer Kommune geschützt ist". "Es gibt verbindliche internationale Konventionen, die die Bürger vor solchen Übergriffen bewahren sollen."

Auch der Verband Rheinischer Museen protestierte mit scharfen Worten in einem Brief gegen die Sparpläne. "Museen sind nicht nur Aufbewahrungsorte ihrer Objekte", schrieb der Verband. Sie seien Bildungseinrichtungen, Orte des interkulturellen Dialogs und Identität stiftende Einrichtungen. Morsbroich besitze "eine Strahlkraft, die es weit über die Grenzen Leverkusens bekannt macht und ihm durch seine Ausrichtung auch internationale Bedeutung verleiht".

Zuvor hatten auch die Direktoren von 20 NRW-Museen in einem gemeinsamen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) gegen die drohende Schließung protestiert. "Diesen kulturellen Kosmos zu zerstören, käme einem Kahlschlag gleich, der verheerende Wirkungen (...) für die Museen im ganzen Land hätte."

dpa


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