Navigation:

SCHÖNER BLICK: Die Bühne steht direkt am Neuen Rathaus. 2000 konnten im Hintergrund noch den Maschteich sehen. © Droese

|
Oper

Gelungene Generalprobe von "La Traviata"

Das war dann doch wunderbares Verdi-Wetter: Die „Traviata“ gestern Abend im Maschpark ging fast perfekt über die Bühne. Gut 15 000 Zuhörer waren begeistert.

Hannover. „Das Wetter hat Hannover verdient“, sagte NDR-Fernsehchefin Marlis Fertmann.

2000 Belcanto-Fans saßen vor der Opernbühne, die knisternden Plastik-Ponchos blieben im Depot. Die 13 000 im Park, und das waren noch mehr als im vergangenen Jahr, hatten auf Risiko gesetzt und gewonnen, sich trotz der verschiedenen garstigen Wettervorsagen sich auf Picknickdecken platziert, Tische aufgebaut, Weinflaschen entkorkt, Sandwiches ausgepackt und sich entspannt in den Campingstühlen zurückgelehnt.

Musikalisch ist die Oper sehr gut über die Bühne gekommen - Generalprobe gelungen, die deutlich Lust auf die Aufführung morgen (ab 21 Uhr) macht. Aber was heisst schon Probe, hier gabs eine vollgültige Performance. Dirigentin Keri Lynn Wilson hielt Orchester, Solisten und die versammelten Chöre (darunter der Mädchenchor) gut zusammen. Beim „Trinklied“ kam Stimmung auf, viele im Park summten mit.

Die Inszenierung ist wie im vergangenen Jahr halbszenisch und doch mit wenigen Requisiten absolut ausreichend, denn den Rest macht jedesmal die Phantasie der Zuschauer: Für das Lieben und Leiden der Violetta (wunderbar: Marina Rebeka) reichte die Bühne, die von einem gewaltigen Kronleuchter dominiert wurde, der dann ebenso Salon, Landhaus, Palais und am Ende das Dachzimmer erleuchtete.

Der Sound im Park war gut, Tenor Francesco Demuro war in Superform, bei seinen Höhenflügen ebenso gut ausgesteuert wie Violettas „É strano“. Die Videowand - hier gabs richtiges Gedränge - war wie versprochen pixelstark und klar.

Hannovers Opern-Open-Air hat schon ein besonders Flair - besonders bei solchem Wetter. Atemberaubend, wenn man aus dem Park zum Rathaus, das festlich illuminiert wird und dazu kostenlos der Sound von sündhaft teuren Sängern wie Star-Bariton Thomas Hampson geliefert wird - und man sich einfach des Lebens, der Kunst und der Musik freuen kann. Der Riesenapplaus kam aus dem gesamten Rund des Parks, stehende Ovationen auch von den Ticket-Besitzern.

Und man kann sicher sein, dass viele der gestrigen Zuhörer auch morgige Zuhörer sein werden. Verdis „La Traviata“ aus Hannover ist einfach zu schön.

Höhere Bildqualität, TV, Radio und Livestream

Picknick bei „La Traviata“: Morgen steigt die Aufführung von Verdis weltberühmter Oper ab 21 Uhr im Maschpark hinter dem Rathaus. Die Landeshauptstadt organisiert zusammen mit Hannover Concerts eine kostenlose Live-Übertragung. Die Lautsprecher sind erneut so aufgebaut, dass die Oper auf allen größeren Wiesen im Maschpark sehr gut zu hören sein wird. Die Videowand steht wie in den vergangenen Jahren im östlichen Teil des Maschparks. Sie bietet dank höherer Auflösung im Vergleich zum Vorjahr eine nochmals verbesserte Bildqualität. Wer kein Ticket bekommen hat und vielleicht nicht in den Maschpark schafft, kann „La Traviata“ dennoch sehen oder hören. Der NDR stellt zehn Kameras auf, um die Inszenierung der kanadischen Dirigentin Keri-Lynn Wilson zu filmen. Der NDR zeigt die Open-Air-Oper am Sonnabend zeitversetzt von 21.45 bis 23.45 Uhr. Im Radio ist die Oper live bei NDR Kultur zu hören. Den Livestream gibt es unter neuepresse.de/traviata


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie