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Amos Gitai stellt im Wettbewerb des Festivals seinen Film «Rabin, the Last Day» über die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin vor. Foto:

Amos Gitai stellt im Wettbewerb des Festivals seinen Film «Rabin, the Last Day» über die Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Izchak Rabin vor. Foto:

Film

Gegen Hass und Radikalisierung: Film über Rabins Ermordung

Ein Einzeltäter, der von Teilen der Gesellschaft unterstützt wurde: In seinem neuen Film fokussiert der Israeli Amos Gitai auf den Mord an Izchak Rabin und wie es zu einer solchen Gewaltbereitschaft überhaupt kommen konnte.

Venedig. Fast 20 Jahre ist es her, dass der israelische Ministerpräsident Izchak Rabin ermordet wurde. Der Mann, dem mit Palästinenserpräsident Jassir Arafat eine historische Einigung gelang und der wenig später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Welche Folgen das Attentat und sein Tod noch heute haben für die israelische Gesellschaft, aber auch für die gesamte Region, davon erzählt nun ein Film, der beim Festival Venedig am Montag im Wettbewerb gefeiert wurde.

Regisseur Amos Gitai (64) stellt in "Rabin, the Last Day" die Geschehnisse rund um den 4. November 1995 nach: Wie im Vorfeld dieses Tages Rabins Einigung mit den Palästinensern heftig umstritten war, wie vor allem radikale Juden öffentlich seinen Tod forderten und die Sicherheitskräfte an dem Abend einer großen Friedenskundgebung eklatant versagten, wodurch die Schüsse aus nächster Nähe überhaupt erst möglich wurden.

"Jede Szene beruht auf Fakten", sagte Gitai in Venedig. "Alles basiert auf Dokumenten." Rabin habe versucht, die Situation Israels zu stabilisieren, indem er die andere Seite anerkannt und nicht ignoriert habe. "Gerade wenn die Gegenwart so düster ist, müssen wir in die Vergangenheit schauen", sagte Gitai. Mit dem Film wolle er zurückblicken "auf diesen Moment vor 20 Jahren, als es einen Moment der Hoffnung gab, einen sehr kurzen Moment der Hoffnung, der nun verschwunden ist".

Gitai mischt die nachgestellten Sequenzen mit Originalaufnahmen wie vom Attentat selbst und von Demonstrationen. Außerdem kommen Rabins Mitstreiter Schimon Peres und seine Ehefrau Leah zu Wort. Sie unterstützen demnach beide eine der Hauptaussagen des Films: Dass der später wegen Mordes verurteilte Jigal Amir zwar ein Einzeltäter gewesen sein mag, durch die feindselige und extrem gewaltbereite Stimmung der Radikalen aber eine gewisse vermeintliche Legitimierung gefunden habe.

Gleich zu Beginn wird Peres gefragt: Wenn Rabin nicht ermordet worden wäre, gäbe es dann heute vielleicht nicht Frieden, aber deutlich mehr Stabilität? "Ja", sagt Peres, und ergänzt nach einer kurzen Pause mit Nachdruck: "Ja". So eindeutig, wie Regisseur Gitai hier Position bezieht gegen jüdische Extremisten, regt "Rabin, the Last Day" nicht nur zum Nachdenken an, sondern wird auch zwei Jahrzehnte nach der Tat sicher noch für einigen Gesprächsstoff sorgen.

dpa


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