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UNVERGESSEN: Kai Wingenfelder bei Furys einmaligem Comeback-Konzert 2013 auf der Expo-Plaza. 25 000 Menschen waren da.© frank wilde

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Musik

Fury in the Slaughterhouse: Ein neuer Song für die Fans

Neues von Fury in the Slaughterhouse: Die hannoversche Erfolgsband veröffentlicht einen neuen Song - acht Jahre nach Ende der Band, drei Jahre nach dem so erfolgreichen wie einmaligen Comeback-Konzert auf der Expo-Plaza. Donnerstag kann man das Lied exklusiv auf Radio fan hören: ab 7.07 und um 12.07 Uhr. Was es damit auf sich hat, erklärt Sänger Kai Wingenfelder (56).

Es gibt ein neues Fury-Lied. Heute wird es vorgestellt. Wie kam es bloß dazu?

Letztlich war es so, dass wir sagten: „Lasst uns mal wieder ins Studio gehen“ - weil wir mal alle zur selben Zeit in Hannover waren. Wir nahmen uns eine Nummer vor, die Christof (Stein-Schneider, der Gitarrist, d. Red) irgendwann mal angefangen hatte. Die hatte so einen schönen Refrain mit einem typischen Fury-Riff. Da dachten wir: Gucken wir, was passiert; nächstes Jahr hat die Band 30. Geburtstag.

Ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Fans?

Ja, genau. Im Endeffekt wollten wir ein Geschenk basteln. Den Song kann man auch nicht kaufen, aber man kann ihn ja heute bei Radio ffn hören.

Wie heißt er?

„Thirty“, 30.

Klingt schlüssig. Und es geht auch um 30 Jahre Fury oder um ein anderes 30?

Nee, nee, es geht schon um uns, um unsere Geschichte, um die Zeit, die wir hinter uns haben, und die Zeit jetzt. Wir ziehen ein Resümee, stellen fest, dass die Sachen nicht immer so easy sind, wie man sich das vorstellt, denn wir haben schließlich auch eine Trennung hinter uns. Zum einen entzaubern wir ein bisschen den Rock-’n’-Roll-Wahnsinn, zum anderen zeigen wir auch, es ist die schönste Sache der Welt: nämlich wenn man von dem leben kann, was man liebt.

Wie blickt ihr denn heute auf die Zeit zurück?

Es ist so wie in allen Beziehungen: Hinterher bleiben vor allem die schönen Erinnerungen. Wichtig ist nur, dass man es hinkriegt, dass man vernünftig auseinandergeht, und das haben wir geschafft. Ich muss sagen: Es war eine großartige Zeit. Wir würden heute vielleicht ein paar Sachen anders machen. Aber wir bereuen nichts, und am Ende ist alles so gekommen, wie es sollte.

Mit welchen Vorstellungen fing es an? Damit, dass wir 30 Jahre später immer noch über Fury reden würden?

Nein, bestimmt nicht. Wir hatten große Träume. Wir waren wild, lebten in einer WG und wollten irgendwohin. Was auch der Grund war, dass wir irgendwo angekommen sind.

Damals gab es das Konzept auch gar nicht, dass eine Band überhaupt so lange existieren könnte.

Das ist so. Wir hatten überhaupt kein Konzept. Wir wollten Geld verdienen mit Musik, und unser größter Traum war, vielleicht irgendwann mal im Ausland zu spielen. Wir hatten nie die Idee, das auf Deutsch zu machen, denn alles, was wir liebten, war englisch. Und dann haben wir es einfach gemacht - und sind sofort nach den ersten paar Shows rausgegangen aus Hannover. Da kamen in München vielleicht nur zehn Leute, aber es war uns egal. Unseren Traum haben wir gnadenlos verfolgt. Aber dass man auch noch mit 50 oder älter auf der Bühne stehen könnte, war uns nicht klar.

Wann änderte sich das?

Nach den ersten drei, vier Alben, als wir gesehen hatten, wir können davon leben. Und nachdem wir „Mono“ gemacht hatten, war klar, wir können davon gut leben. Und dann kam Amerika und wir wussten: Holla, die Moppen! Es ging einfach so weiter. Zwei Jahre später machten wir die erfolgreichste Tour überhaupt und wir wussten, es war ein Lebensentwurf. Nur kam irgendwann der Punkt, an dem wir merkten, dass wir musikalisch auseinanderdriften.

Der Anfang vom Ende.

Ja, es war halt die Frage: Macht man weiter, nur um des schnöden Mammons Willen? Oder guckt man, dass man sich die wirklich wichtigen Dinge erhält, nämlich die Liebe zur Musik und die Freundschaft untereinander? Und so machten wir den Break.

Es ging dann weiter mit dem Projekt Wingenfelder, mit dem ihr jetzt wieder nach Hannover kommt. Welche Rolle spielt Fury noch im Programm?

Wir haben immer nur maximal drei Lieder gespielt und die auch sehr stark verändert. Um einige kommt man nicht drum herum, die Leute freuen sich, sie zu hören. Jetzt haben wir selber drei Alben draußen, sind froh, dass wir wieder in vollen Läden spielen. Wir singen auch absichtlich auf Deutsch, denn in Englisch hätten wir doch extrem nach Fury geklungen: Ich kann nun mal meine Stimme nicht verändern und Thorsten seine Art, Gitarre zu spielen, auch nicht.

Bei dem eigentlich als einmalig geplanten Reunion-Konzert 2013 auf der Expo-Plaza sagtest du im Zugabenblock: „Vielleicht wieder, in fünf Jahren.“ Das wäre 2018. Wie sieht es mit einem weiteren Fury-Konzert aus?

„Fünf Jahre“ sind ja eine klare Aussage. Doch was ich damals nicht bedacht habe, ist, dass Fury 2017 schon 30 Jahre alt werden. Und den 31. Geburtstag feiert ja kein Schwein. Das spricht für vier Jahre. Man wird sehen, man wird sehen ...


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