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Stargeiger: Frank Peter Zimmermann.

Stargeiger: Frank Peter Zimmermann.

Konzert im Grossen Sendesaal

Frank Peter Zimmermann spielt Bach

Der Stargeiger setzt auf einen einzigen Komponisten: Frank Peter Zimmermann bewältigt ein reines Johann-Sebastian-Bach-Programm.

hannover. Beim Applaus stellt er sich schon mal neben das Orchester statt davor: Mag Frank Peter Zimmermann auch noch so bekannt sein, den großen Star lässt der Violinist nicht heraushängen.

Und das passt besonders gut, wenn er ein reines und ziemlich ambitioniertes Johann-Sebastian-Bach-Programm mitbringt, so wie beim Konzert mit den Berliner Barock Solisten im Großen Sendesaal des NDR.

Denn gerade dieser Komponist erfordert großes Fingerspitzengefühl: Gestaltung ja, Übergestaltung nein. Zimmermann spielte seinen Bach an diesem Abend alles andere als dröge, die beiden bekannten Violinkonzerte in E-Dur und a-Moll nebst der Rekonstruktion BWV 1052 (Bach schrieb die Geigenwerke gern und häufig für Cembalo um).

Das klang bei Bedarf gesanglich oder tänzerisch, mal auch einen Tick rau, und sobald Virtuosentum gefragt war, schreckte der Solist keineswegs zurück. Bei alledem blieb die Interpretation aber mit durchdachter Phrasierung stets derart zwingend im Puls, dass es sofort auffiel, wenn Zimmermann ausnahmsweise mal ganz kurz aus der Spur geriet oder für ein paar Töne im ersten Satz des E-Dur-Konzerts überraschend etwas unsauber intonierte.

Zur Entstehung der Sogwirkung trugen die Berliner Barock Solisten entscheidend bei, die unterstützend wirkten, ohne in Ehrfurcht zu erstarren.

Ein Sextett aus ihren Reihen trug nach der Pause sehr schlüssig das Ricercare aus dem „Musikalischen Opfer“ vor, bevor dann gleich zwei Zimmermänner die Bühne betraten – und eine weitere Rekonstruktion anboten, nämlich das Konzert BWV 1060: Zimmermanns Sohn Serge war nun mit von der Partie und zeigte ein durchaus charaktervolles Spiel, das allerdings, was Wunder, mit der Differenziertheit des Vaters noch nicht ganz mithalten konnte.

Für die ganz großen Jubelarien war der Abend vielleicht nicht spektakulär genug, vergessen dürfte man ihn trotzdem nicht so schnell. Beseelter Beifall, als Dreingabe, dynamisch und zugleich schön unangestrengt, der erste Satz aus dem Doppelkonzert.

Von Jörg Worat


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