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Der Comic-Zeichner Flix.© Hans-Jürgen Büsch

Comic

Flix’ meisterliche „Schöne Töchter“-Comics

Manchmal scheinen die Bilder zu tanzen, und die Figuren darauf tun es auch.

Hannover. Oder eine Geschichte dreht sich buchstäblich im Kreis. Oder die Panele der Comic-Zeichnungen werden zu dreidimensionalen Wänden von Zimmern - weil es in der dazugehörigen Geschichte darum geht, Raum zu geben. Und zu nehmen. Eine virtuose Doppeldeutigkeit liegt in den Tableaus, die der deutsche Comic-Zeichner Flix seit fünf Jahren unter dem Titel „Schöne Töchter“ veröffentlicht. Jetzt liegt eine Sammlung in einem großformatigen Prachtband vor (Carlsen, 128 Seiten, 24,99 Euro).

Der Wahlberliner Flix, eigentlich Felix Görmann, testete schon immer die Grenzen des Mediums aus. Sein Debüt „Held“ erzählte die eigene Biografie - allerdings weit über den Zeitpunkt des Entstehens und sogar über den eigenen Tod hinaus. In seinem Online-Tagebuch „Heldentage“ pflegt er die ganz kleine Form - schuf aber in Gänze eine große Makroerzählung. Und auch die Reihe „Schöne Töchter“, die ursprünglich einmal im Monat für den Berliner „Tagesspiegel“ erscheint, hätte eigentlich ganz anders ausschauen sollen: „Ich wollte ein neues Erzählkonzept ausprobieren und eine Liebesgeschichte von hinten nach vorne erzählen, also mit der Trennung beginnen und dem Kennenlernen enden“, erzählt er. Der befreundete Cartoonist Ralph Ruthe habe sich das angehört: „Er hat gesagt: ,Schöne Idee, aber funktioniert nicht.’ Und er hatte recht.“

So erzählt Flix in „Schöne Töchter“ klassischere Geschichten: meist vom Kommen und Gehen der Liebe, immer mit zartem Humor, zeichnerischer Brillanz und einem formalen Mut, wie er - insbesondere in Deutschland - ganz selten ist. Man merkt, dass Flix ein großer Fan von Bill Wattersons „Calvin und Hobbes“-Strips ist. „Ich habe während des Projekts aber auch die Klassiker wie ,Little Nemo’ oder ,Krazy Kat’ gelesen.“

Und der 38-Jährige, den der Kollege Ralf König als großen Frauenversteher lobt, nimmt eine fast konsequente weibliche Perspektive ein: „Ich habe hier den Ansatz, dass ein Gefühl und nicht die Geschichte im Vordergrund steht. Da bietet sich die weibliche Perspektive an.“

Bewertung: 5/5


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