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Die bis auf den letzten Platz gefüllte Piatzza Grande in Locarno.

Die bis auf den letzten Platz gefüllte Piatzza Grande in Locarno. © Urs Flueeler

Film

Filmfestival Locarno mit Star-Glanz eröffnet

Mit der Vergabe eines Ehrenpreises an Hollywood-Star Edward Norton (45) ist am Mittwochabend das Filmfestival im schweizerischen Locarno eröffnet worden. Norton nahm die Auszeichnung vor mehr als 8000 Gästen auf der Piazza Grande, dem Marktplatz des malerischen Ortes am Ufer des Lago Maggiore, entgegen.

Locarno. n. Der "Excellence Award Moët & Chandon" wird an Schauspieler vergeben, die mit ihrem "einzigartigen Beitrag" das Kino bereichert hätten.

Norton ("Birdman") betonte in seiner Dankesrede, wie stolz er sei, in Locarno geehrt zu werden. Er erklärte: "In unserer Zeit der starken Kommerzialisierung des Kinos hat dieses Festival mit der Pflege von Film als Kunst eine besondere Bedeutung. Hier werden Filme gefördert, die uns nicht allein unterhalten, sondern unser Denken beeinflussen." Deshalb betrachte er es als besondere Ehre, von diesem Festival einen Preis zu bekommen.

Als erster Film des diesjährigen Festivalausgabe lief anschließend "Ricki and the Flash" von Regisseur Jonathan Demme ("Das Schweigen der Lämmer") als Uraufführung. In dem Drama fesselt Meryl Streep als Rocksängerin mit Familienproblemen. Die erzählte Geschichte dreht sich im Kern um Fragen der Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Der gefällige Film bekam vom Publikum viel Beifall.

Unter den Zuschauern war auch die österreichisch-deutsche Schauspielerin Senta Berger. Sie besucht das Festival als Star-Gast der Retrospektive mit Filmen des legendären Hollywood-Regisseurs Sam Peckinpah (1925 – 1984). 1965 hatte sie großen Erfolg in dessen Western "Sierra Charriba". Berger sagte der dpa dazu: "Es ist mir eine Freude, hier das Werk dieses bedeutenden Regisseurs zu ehren."

Der wichtigste deutsche Beitrag des Festivals stammt von Regisseur Lars Kraume ("Die kommenden Tage"): "Der Staat gegen Fritz Bauer". Der Spielfilm setzt sich mit dem geistigen Klima in der BRD der späten 1950er Jahre auseinander. Im Zentrum steht die damals mangelhafte Auseinandersetzung mit den Schrecken der Nazizeit. Der Film läuft auf der Piazza Grande in einer der dortigen Freiluftaufführungen außerhalb aller Wettbewerbe. Damit hat er eine Chance auf den begehrten Publikumspreis.

Um den Goldenen Leoparden, den Hauptpreis des Festivals, bewerben sich 19 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt. Darunter sind immerhin drei internationale Produktionen, bei denen deutsche Geldgeber als Ko-Produzenten beteiligt sind.

Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter in Locarno, betonte zur Eröffnung die gesellschaftskritische Ausrichtung des diesjährigen Festivalangebots. Das Kino könne Brücken zwischen den Kulturen bauen. Dabei setzt er auf Anspruchsvolles fern der kommerziell orientierten Massenproduktion. Etwa 200 Filme werden bis 15. August in den verschiedenen Sektionen laufen. Der Goldene Leopard, der Hauptpreis des Festivals, wird am 15. August vergeben.

dpa


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