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PROGRAMM IM JANUAR: Ingo Metzmacher besuchte den Kunstsalon des Kunstvereins – und verteidigte die „Gurre-Lieder“.© Behrens

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Gespräch

Festspielmacher Metzmacher erklärt sein Programm

Am Ende kam dann doch noch ziemlicher Unwillen im Publikum gegen das von Ingo Metzmacher vorgestellte Programm auf: Das wären ja doch nur wieder diese „langweiligen Konzerte“, die er für die Kunstfestspiele planen würde.

Hannover. Und da musste der Intendant dagegenhalten - er war im Kunstsalon zu Gast, der kleinen feinen Reihe des Kunstvereins, die auch wegen der offenen Diskussionskultur geschätzt wird.

Das mit den „langweiligen Konzerten“ mochte Metzmacher so nicht stehen lassen, denn schließlich gehe es um die „Gurre-Lieder“, eines der ganz großen Werke der Musikliteratur. Trotzdem: Die Kunstfestspiele sollten, das war die Forderung an Metzmacher, vom Garten ausgehen, ihn in den Mittelpunkt stellen. Was der Intendant auch gar nicht bestreiten wollte: „Der Garten ist für uns ganz wichtig, der steht im Zentrum.“ Ohne auf weitere Details eingehen zu wollen, nannte Metzmacher als einen Programmpunkt die Idee eines Herrenhäuser „Klangparks“ - und bat im Übrigen um Geduld, denn das Programm wird Ende Januar komplett vorgestellt: „Und das wird dann komplett im Garten stattfinden.“

Die Ausdehnung der Kunstfestspiele in die Stadt, in Kuppelsaal und Musikhochschule, habe neben praktischen Gründen (zu kleine Aufführungsorte in Herrenhausen) auch programmatische: Man wolle die Festspiele räumlich weiter auf die Stadt ausdehnen. Für eine Oper von Steve Reich mit riesiger Videowand habe man sogar eine Fabrikhalle in Linden im Auge gehabt - was dann aber zeitlich nicht mehr machbar war.

Was an diesem Abend aber deutlich wurde, ist die grundlegende Orientierung der künftigen Kunstfestspiele: „Wir denken von der Musik aus“, sagte Metzmacher und verwies auf die grundlegende Bedeutung des Gehörs für die Existenz des Menschen: „Mit den Ohren können wir 360 Grad rund um uns herum wahrnehmen, mit dem Gesichtsfeld nur 180 Grad vor uns.“

Ingo Metzmacher hatte auch seinen Dramaturgen Stephan Buchberger dabei, der versicherte, dass die beliebte „Akademie der Spiele“ bei den Kunstfestspielen erhalten bleibe: „Wir wollen die Wirkung sogar noch ausdehnen, die Kinder sollen auch an den richtigen Aufführungen beteiligt werden.“ Fazit dieses Kunstsalons: Da ist ein Intendant, der brennt für seine Sache. Und: Schaun mer mal, wie das alles wird.


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