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SCHÖN SCHAURIG: Der Sänger von den Adicts hat an diesem Abend den Hut auf – und begeistert durch sein Outfit.© Frank Wilde

Festival

Fährmannsfest: Rock ’n’ Roll an der Ihme

13 000 feiern ein Fährmannsfest mit jungen Rebellen und älteren Hippies

Er sah schon ein bisschen wie der Joker aus dem Batman-Film aus, der Leadsänger von The Adicts, wie er so das Konfetti in die Luft warf und seltsam über die Bühne tanzte - aber bei weitem nicht so gefährlich war. Er hat Spaß gemacht. Wie das gesamte Fährmannsfest, zu dem am Wochenende mehr als 13 000 Rockfans, Hippies, Biertrinker, Feierlaunige, Studenten und Familien kamen. Die sich alle ein bisschen wie junge Rebellen fühlten, für die der Young Rebel Set - der diesjährige Headliner - den entsprechenden Sound lieferte.

Von den jungen Rebellen lebt das Festival, den älteren und denen, die sich trotz fortgeschrittenen Alters noch ziemlich jung fühlen. Ein Fest, das die Leute Jahr für Jahr auf das Gelände an die Ihme zieht, wie Uta Staar (54): „Die Atmosphäre unterschiedet sich einfach von allem anderen“ - und macht sogar einen Familienausflug möglich. Die Hannoveranerin kommt seit Jahren und kampiert auf dem Gelände unter der Justus-Garten-Brücke.

Dieser Brücke verdankt das alles seine Existenz, ihr Bau hatte 1983 zur erstmaligen Veranstaltung des Festes geführt. Bis 1980 hatte noch eine Fähre zwischen den beiden Ufern des heutigen Festivalgeländes verkehrt - und gab dem Fest den Namen. „Schon damals war es der Event des Jahres, das war wie Weihnachten“, erinnert sich Veranstalter Peter Holik. Der 61-Jährige erweiterte das Festgelände, so dass mittlerweile an beiden Ufern gefeiert werden kann.

Die Atmosphäre ist besonders: „Hier hat sich jeder lieb. Obwohl so viele verschiedene Menschen zusammenkommen, gibt es keinen Streit“, freute sich Tom Hackmann. Für den 40-Jährigen ist das Grund genug, um immer wieder aus Köln (!) anzureisen.

Von Freitag bis Sonntag wehten wieder die Fähnchen im Wind. Die Stimmung war dabei mal wild, mal sehr melancholisch. Alle, die dann auch einmal eine Pause von der lauten Musik brauchten - im Poetry-Slam reimten neun Dichter dem Publikum vor, was ihnen zu Herzschmerz und Alltagssorgen so alles einfiel. Mit seinen Versen voll Energie und Wortwitz gewann der Hannoveraner Tobias Kunze überzeugend den Wettbewerb.

Für die hannoversche Band Lady Crank war das Fährmannsfest eine Chance auf mehr, ein Heimspiel gewissermaßen: „Alles ist so groß, alles klingt so fett. Es ist obergeil, hier zu spielen“, freute sich Gitarrist Christoph Schöneberg über den ersten großen Auftritt. So müsste sich wohl auch Christof Stein-Schneider gefühlt haben, als er vor 30 Jahren auf dieser Bühne gestanden hatte - und danach mit Fury in the Slaughterhouse groß rauskam. Aber das ist eine andere Geschichte ...


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