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MANN; IST MIR WARM: Paul „H“ Henrickson von den Test Tube Babies, befreit sich von überflüssiger Feuchtigkeit.

MANN; IST MIR WARM: Paul „H“ Henrickson von den Test Tube Babies, befreit sich von überflüssiger Feuchtigkeit.© Frank Wilde

Festival

Fährmannsfest: Feiern, schwitzen, tanzen

Tolles Wetter, tolle Fans, tolle Feier: 14 000 bei der Jubiläumsausgabe des Fährmannsfestes. Mit Folkrock aus Husum, Bluesrock aus Hannover und den Veteranen Peter and The Test Tube Babies bei der 30. Ausgabe. Und auch für die Kinder war wieder gesorgt.

Hannover. Fährmannsfest in Hannover und das tatsächlich mal ganz ohne Regen. Heißen Rock hören bei noch heißeren Temperaturen. Und die Band Die Blumen geht nicht ein, sondern verzückt mit „schräger Independent-Unterhaltung“, wies im Programmheft steht. „Alles wird gut“, ihr Sommersong im Reggaegroove, könnte das Motto sein, das Gitarrensolo brät über das Gelände am Weddingenufer.

Wer jetzt noch nicht wach ist, der sollte mal seinen Puls fühlen. Gut 14 000 waren es am Wochenende, die sich die ganze Armada von Bands anhörten, schwitzten, feierten, tanzten bei der 30. Ausgabe des Fährmannsfestes.

Ein interessantes Experiment auf der Kulturbühne an der Faustwiese ab: Die Eisbrecher spielen Bluesrock, kommen aus Hannover und sind eine Band der Hannoverschen Werkstätten. Gar nicht schüchtern und mit viel Gefühl und Leidenschaft, überraschen sie die Zuschauer mit deutschsprachigen Eigenkompositionen, aber auch mit Songs von Westernhagen und traditionellem Blues. Elf Musiker gehören der Formation an, ihre Aufgabe, das Eis zu brechen, ist gelungen.

Brachiales und Hartes, brutale, ehrliche Texte: die beiden Beatpoeten Jan Egge Sedelies und Costa Carlos Alexander nageln ihren Elektropunk über die Häupter der Besucher. „Der Sachzwang (Das ist mir zu kommerziell)” oder „Landschaftsarchitekturstudenten bei Ikea (Tetrismenschen)“, muss nicht jeder mögen, die Beatpoeten polarisieren jedenfalls und hinterlassen auch einige verstörte Gesichter.

Nicht so Vierkanttretlager. Das Husumer Quartett mit dem Segelschiff auf der Bühne, ist jung, kräftig im Klang und sogar etwas melancholisch. Ein bisschen wie Kraftklub in Moll. „Die Natur greift an“, heißt folgerichtig ihr Debütalbum. Und weil sie von der Küste kommen, greifen sie gerne zum Akkordeon, erfrischend wie die Gischt, die über die Planken fegt.

Anders Peter And The Test Tube Babies. Die „dirty old Men“ aus Brighton können ganz schön schmutzig sein. Peter Bywaters Ansagen sind nicht für alle Ohren geeignet. Der 80er-Jahre-Power-Punk beeindruckt allerdings: „The Jinx“ ist ein Klassiker aus vergangenen Zeiten, Del Strangefishs Gitarre sägt, als ob die letzten dreißig Jahre mit einer Zeitmaschine übersprungen wurden.

Mit viel Ironie und tanzbaren Takten vereinen Sondaschule die Zuschauer mit ihrem heiteren Ska-Punk. Costa Cannabis, Gesang, und Chemokeule an der Gitarre, das sagt schon alles, und mittlerweile stapeln sich die Besucher vor der Bühne.

Tolles Programm auch gestern: Sopor aus Polen mit ihrem Rock-Sinfonieorchester-Crossover, die Klämpner aus Hannover, mit einer schönen Mischung aus Ska und Reggae, sowie die Berliner Band Rotfront, die nicht nur Musiker unterschiedlichster Nationen an Bord haben, sondern auch einen schrägen Mix aus Raggamuffin und Klezmer anbieten. Prima Sause an der Ihme, nur ein Jahr noch, dann geht es wieder los!

Bewertung: 4/5


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