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EUPHORISCH: 6000 Fans feiertenam ersten Abend auf dem Fährmannsfest – trotz einiger Regenschauer.

EUPHORISCH: 6000 Fans feierten am ersten Abend auf dem Fährmannsfest – trotz einiger Regenschauer.© Michael Wallmueller

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Festival

Fährmannsfest: Dieser Dampfer nimmt jeden mit

6000 Fans waren am Freitagabend beim Auftakt des Fährmannsfests zwischen Ihme und Leine in Hannovers Calenberger Neustadt.

Hannover. Die erste Band des Festivals, das grungige Indierock-Duo About Béliveau aus Hannover, hat gerade angefangen, da fegt eine steife Brise die Blätter von den Bäumen. Die Großwetterlage bleibt kritisch. Doch die Laune ist prächtig, spätestens beim Headliner, den legendären Hamburger Indie-Rockern Selig, ist sie nahezu hysterisch. „Wir sind Selig, und ich hoffe, ihr seid selig“, sagt Sänger und Chef-Charismatiker Jan Plewka. Sind sie - sie haben geschrien heute Nacht. Eine Band auf der Höhe ihrer Kunst.

Das Fährmannsfest ist - trotz 33 Bands zur 33. Festival-Ausgabe - weit mehr als nur ein Konzert-Marathon. Auf der Halbinsel zwischen Leine und Ihme wird ein Lebensgefühl der Toleranz gefeiert. Die Camper auf dem östlichen Ihme-Ufer haben die Piratenflagge gehisst, bereit zum Entern. Die Besucher strömen, nicht untypisch für den ersten Tag des Festivals erst spät. 6000 werden es.

Pünktlich zum smarten Indiepop der Consolers klart es auf, beim Co-Headliner Tüsn aus Berlin ist es passend zum melancholischen Indie-Rock der Berliner noch einmal regnerisch geworden. Das kann doch einen Fährmann nicht erschüttern. Und drüben, auf der Kulturbühne auf der Faustwiese, finden auch Genres wie Mystic Folk (Fairytale) und strahlender Soulpop (Düster) ihren Platz. Vorbeischlendern, zuhören, genießen; das gebietet die Fährness.

Man ist international und isst international: Pulled Pork und Veggie-Burger, gebackenes Gemüse nach afrikanischer Art und armenische Fleischspieße, shoppt in der Kunsthandwerker-Meile, schaut dem Aufbau fürs Kinderfest zu, das heute startet (bevorzugt auf Kissen vor dem 1001-Nacht-Gedächtniszelt der Märchenerzählerin), oder lauscht dem legendären Musikjournalisten Hollow Skai, der im Gretchen-Biergarten aus seinem Roman „Samuel Hieronymus Hellborn“ liest, die Geschichte eines Mannes, der angeblich all die Rocklegenden umbrachte.

Was für die Bands hier nicht gilt, auch wenn mit den hannoverschen Krautrockern Epitaph eine 70er-Jahre-Truppe auftritt, die noch älter ist als das Fährmannsfest selbst - und eine fantastische Spielfreude an den Tag legt. Der Dampfer Fährmannsfest ist eben kunterbunt - und nimmt jeden mit. Heute und morgen kann man noch zusteigen.


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