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SCHÖNES
KIND: Für 
Dornröschen 
(Catherine
Franco) soll es 
in der Oper rote 
Rosen regnen.

SCHÖNES
KIND: Für
Dornröschen
(Catherine
Franco) soll es
in der Oper rote
Rosen regnen.© Weigelt

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Ballett

Es war einmal im Opernhaus - "Dornröschen"

Dornröschen als Ballett - und es ist wirklich alles da, die böse Fee, die schönen Prinzen, Dornenhecke, das schlafende Schloss.

Hannover. Und sogar noch viel mehr, wenn dann da auch noch der Froschkönig auftaucht. Den hat Jörg Mannes einfach dazugepackt in seiner märchenhaften Neufassung des Tschaikowsky-Klassikers, der in der Staatsoper heftig umjubelte Premiere hatte - zehn Minuten Applaus.

„Dornröschen“ so klassisch wie nötig und so märchenhaft und heiter wie möglich, hier wird niemand überfordert: Das Mammutballett wurde auf handliche zwei Stunden (einschließlich Pause) sinnvoll reduziert. Und man bekommt, was man als „Dornröschen“ erwartet: schöne Bilder, überwiegend ansprechenden Tanz in einem angemessenen Bühnenbild.

Aller Ehren wert ist der Versuch, hier mal die große Schule des Balletts zu präsentieren. So eine lange Arabeske wie die von Catherine Franco im großen Gefolge mit den Prinzen, das wirkt dann schon wie das Hohe C des Tanzes. Super. Szenenapplaus. Und es ist auch zu sehen, wie unglaublich schwierig das klassische Ballett mit seinen Sprüngen und Schwüngen doch sein kann. Da fällt es den Tänzern nicht leicht, sich zusätzlich auch noch mit der Tonspur zu synchronisieren - wie bei den diversen Soli der Feen. Das wackelt.

Aber egal. Dafür entschädigt der Blaue Vogel (Elvis Val) mit etlichen muskelgetriebenen Sprüngen. Und vor allem das Traumpaar aus Prinz (Denis Piza) und Prinzessin (Catherine Franco) mit einem fantastischen Schluss-Pas-de-deux, für den allein schon sich dieser Abend lohnt.

Vor allem macht das Ballett Spaß, es passt mit seinen teilweise zuckerstangensüßen Szenen so richtig in die gar nicht mehr allzu fern liegende Vorweihnachtszeit: wenn da im Walzer per Projektion endlos rote Rosenblätter vom Himmel regnen ...

Das Ganze hat auch den nötigen Schuss Humor mit Prinzen, die als Mucki-Machos herumstolzieren, oder einem Hofstaat, der in den unmöglichsten Verrenkungen einschläft. Und da ist dann ja auch noch der Frosch, neongrün mit ebensolchen Schwimmflossen, der ein bisschen wie Ben Stiller im Badeanzug wirkt - und der der Königin zeigt, dass man zusammenkommen kann, auch ohne sich vorher in einen Prinzen verwandelt zu haben.

Was gibt es noch? Ein tolles Bühnenbild (Florian Parbs), das auf Projektionen (von Philipp Contag-Lada) setzt, um den Hofstaat hoch oben unter dem Bühnenhimmel schwebend schlafen zu lassen. Und ein Orchester, das unter der Leitung von Anja Bihlmaier einen ganz unmärchenhaften Drive gibt - und dafür Extra-Applaus bekommt.

Bewertung: 4/5


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