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Leonore „Leo“ Bartsch (links) und Tamara „Tammy“ Ruprecht sind die Gesichter von Resaid.

Leonore „Leo“ Bartsch (links) und Tamara „Tammy“ Ruprecht sind die Gesichter von Resaid.© matteococco

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Interview

"Es geht nur um die Musik"

Einst war die Niedersächsin Leonore „Leo“ Bartsch Teil der „Popstars“-Band Queensberry. In ihrem neuen Projekt Resaid singt sie 90er-Dancefloor-Musik in Singer-/Songwriter-Versionen. Im NP-Interview erklärt sie, warum.

Hannover. Sind Sie noch aufgeregt, wenn eine neue Platte, an der Sie beteiligt waren, erscheint?

Auf jeden Fall, zumal Resaid ja ein ganz neues Projekt ist. Wir haben sehr lange daran gearbeitet, und ich bin neugierig, wie es bei den Leuten ankommt.

Eigentlich sind Sie ein alter Hase. Das schmälert es nicht?

Nein, man gewöhnt sich an vieles in diesem Geschäft, aber ein Release bleibt etwas Besonders. Ich glaube auch, dass, wenn das nicht der Fall wäre, ich den falschen Beruf ausüben würde.

Wie kam es zu dem Projekt?

Die Tammy, also meine Kollegin, und ich wurden unabhängig voneinander darauf angesprochen, ob wir Lust auf das Projekt hätten. Das Konzept wurde entwickelt von einem großen Team aus Produzenten und anderen schlauen Köpfen, und wir sind als Sängerinnen dazugekommen.

Kannten Sie Tammy vorher?

Wir haben uns durch das Projekt kennengelernt. Aber wir sind echt gute Freundinnen geworden und verstehen uns musikalisch und menschlich zum Glück auch sehr gut.

Warum diese Lieder?

Es gibt gerade ein großes 90er-Revival, und diese Songs kennt natürlich jeder. Tammy und ich auch: Wir sind Kinder der 90er. Viele Menschen verbinden besondere Momente ihres Lebens mit diesen Liedern. Den Technosound aber hört man heute nicht mehr so. Und wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Songs zurückzuführen auf ihre Substanz. Wir haben festgestellt: In so einer puren Akustikversion funktionieren sie wunderbar, und man merkt, was für ein gutes Songwriting dahintersteckt.

Das sagt auch die angehende Musikwissenschaftlerin?

Rein textlich geben manche natürlich nicht so viel her (lacht). Das war auch eine Herausforderung, das so umzusetzen, dass sie emotional funktionieren. Aber die Melodien sind schon sehr gut geschrieben, denn sie sind wahnsinnig eingängig.

Damals sind viele dieser Lieder ja eher belächelt worden. Sie betreiben also die Ehrenrettung?

Genau (lacht). Wir bereiten sie so auf, dass Menschen, die Erinnerungen mit ihnen verbringen, sie wieder gut hören können.

Welche persönlichen Erinnerungen haben Sie an diese Lieder?

Als viele der Songs herauskamen, war ich ja relativ klein. Und meine Eltern haben zu dieser Zeit andere Lieder gehört; das war eher die Beatles- und Rolling-Stones-Fraktion. Aber es ist trotzdem der Sound meiner Kindheit. Ich verbinde das mit Erinnerungen an erste Tanzaufführungen auf dem Dorf, an Feiern, bei denen ich erstmals ein bisschen länger wachbleiben durfte. Es ruft bei mir ganz positive Emotionen hervor, wenn ich das höre.

Das Lied zum ersten Kuss ist also nicht dabei?

Nee. Dafür wäre es damals wohl noch ein bisschen früh gewesen (lacht).

Welches ist Ihr Lieblingslied von dieser Platte?

Mir gefällt „Freed from Desire“ am besten.

Und gibt es Lied, bei dem Sie nicht erwartet hätten, dass es funktioniert?

Bei „What is Love“ habe ich vorher gedacht: Och, nee, nicht schon wieder dieses Lied. Und jetzt denke ich: Och, voll schön.

Wie stark waren Sie an der Auswahl beteiligt?

Es gab ursprünglich eine Riesenauswahl an Liedern, bei denen man aber erst einmal gucken musste, inwiefern man sie überhaupt akustisch umsetzen kann. Es gab ein Riesenteam an Produzenten und Musikern, aber wir als Sängerinnen haben im Studio erst einmal ganz viel mit den Gesangsmelodien experimentieren müssen, zum Beispiel damit, wie man die aufteilt. Daher waren wir schon sehr involviert in diesen Prozess.

Sie haben auch vorher schon mit Léo Noire Cover-Versionen gemacht. Warum haben Sie das nicht weiter fortgeführt?

Léo Noire, also mein Akustikduo, ist ein reines Live-Ding, klein und entspannt. Es kam für mich nie in Frage, daraus etwas Größeres zu machen. Aber wir machen damit ganz normal weiter.

Resaid ist nicht Ihr erstes Projekt, das von außen zusammengestellt wurde. Und doch stellt es Sie als Person nicht so stark in den Vordergrund wie zu Queensberry-Zeiten. War das Absicht?

Ich persönlich finde es ganz angenehm, nicht so im Fokus zu stehen. Wir sind Teil eines Ganzen, zu dem eben auch die Produzenten, die Musiker und die Plattenfirma gehören. Es ist halt ein Konzeptalbum, das die Songs in den Vordergrund stellt. Es geht nur um die Musik, und darum geht es mir auch.


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