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EISZEIT: Auf Kufen gehts für Sid durch die TUI-Arena.

EISZEIT: Auf Kufen gehts für Sid durch die TUI-Arena.© Frank Wilde

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Show

Eiszeit mit Ausrutscher

Die Show „Ice Age live“ stellt die Urviecher aus den Kultfilmen auf Kufen. 2500 sind bei der Premiere in der TUI-Arena dabei.

Hannover. Die Eichel, der Riss im doch nicht ewigen Eis, der sich in Sekundenschnelle zu einer fürstlichen Naturkatastrophe ausweitet, und die panischen basedowschen Glubscher des Ur-Hörnchens Scrat, dem es trotz des ihn umtosenden Weltuntergangs nur um die Sicherstellung der Hülsenfrucht geht - diese irre Sequenz blieb Kinobesuchern in Erinnerung. So ging das 2002 los mit dem Phänomen „Ice Age“ - Trickfilm furioser als furios. Die Geschichte dreier Urzeitviecher (Mammut Manni, Faultier Sid, Säbelzahntiger Diego), die sich - völlig unterschiedlich motiviert - um ein verlorenes Menschenbaby kümmerten und darüber Freunde wurden, eroberte die Herzen der Kinofans weltweit. 2006, 2009 und 2012 gabs Sequels, allesamt Erfolge. Irgendwie logisch, dass „Ice Age“ jetzt dort hingeht, wo es herkommt - auf die Eisbahn.

Und mit dem ersehnten Nussgenuss des Apokalypsenagers gehts wieder los. Scrat bricht auch live das Eis. Was in der TUI-Arena dann bei der Premiere vor 2500 Zuschauern abgeht, ist bunt und hübsch anzuschauen, eine akrobatisch begabte Skatertruppe saust in Eiskristall- oder Fuchsgestalt auf Kufe, trotzdem ist die Show (natürlich) nicht ansatzweise mit der Rasanz vergleichbar, die der Computertrickfilm erreicht.

Eine richtig pfiffige Geschichte wird auch nicht erzählt, wie immer bei solchen Shows bleibt in Sachen Story alles rudimentär, schablonenhaft, täppisch: Mini-Mammut Peaches wird vom bösen Riesen-Archaeopteryx Shadow gekidnappt - tja - und muss halt befreit werden. Sid & Co machen sich auf den Weg der Helden, befreien Peaches, werden verschüttet, erleben eine Odyssee. Ein bisschen inspirierter hätte es schon sein dürfen.

Das alles zu einem in der TUI deftig aufgedrehten Soundtrack aus Softrock und Gedöns. Die leider englischsprachigen Songs von Ella-Louise Allaire und Martin Lord Ferguson sind bar jeden Hitverdachts, sind - um in den Aggregatszuständenen von Wasser zu sprechen - höchstens Schneematsch. Eine äußerst schlichte Produktion ist es zudem, im Hintergrund werden irgendwelche Urlandschaften projiziert. Kaum zu glauben, dass die Regisseure Guy Caron und Michael Curry mal beim magischen Cirque du Soleil waren.

So ist man nach einer Stunde genervt, hat kapiert, dass hier wieder mal nur wer die üble Franchise-Quetsche angeworfen hat - der Fan zahlt, dann wirds ihm schon gefallen. Dann blickt man zur Seite und entdeckt auf den Nachbarsitzen völlig andere Befindlichkeiten. Die Kinder, grinsend, bester Dinge. Denn da sind Diego, der raue, gutkernige Riesenkater, Manni, das gemütliche (fast vier Meter hohe, animatronisch gesteuerte) Mammut, nebst Frau Ellie und Töchterlein, das Piraten-Wiesel Buck, die dämlackigen Opossum-BrüderCrash und Eddie. Die Puppenkostüme, zugegeben, sind wohlgeraten, und es wirkt auf die Kleinsten der Kleinen, als seien die tierischen Stars aus ihren Lieblingsfilmen endlich mal in Fleisch und Blut zu bewundern.

Und dann kommt die Stimme von Sid, dem Paddeligen, auch noch von Originalsynchronsprecher Otto Waalkes. Otto zieht Spucke durch die Worte, unvergleichlich, dieses Feuchtgelispel. Der (zu knappe) Witz dieser Show ist fast allein sein Verdienst.

„Die Botschaft ist, dass der vermeintlich Schwache in der Gruppe stark sein kann, das ist doch ganz nett“, hat Waalkes mal gesagt. Ende gut, Faultier obenauf. Die Kinder jubeln. Sie hatten eine fröhliche Zeit. Die Großen freuen sich über die Kleinen. Über die Show? Eher ein Ausrutscher.

Je nach Alter HHIII bis HHHHI


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