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Melt!-Festival

Einstürzende Partyzelte

Elektronische Tanzmusik zwischen Kränen und Baggern: Das zwölfte, erstmals ausverkaufte „Melt!“-Festival kämpfte mit den Fluten.
Bühne des Melt-Festival

Der Himmel dunkel, die Stimmung prächtig: 20.000 Besucher feierten beim Melt!-Festvial, trotz schlechten Wetters.

© ddp
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Von Sebastian Scherer

Bitterfeld. Es ist 4.30 Uhr, sehr früher Sonnabend, als die Durchsage „Ihr seid hier nicht sicher!“ kommt. Einsturzgefahr im Partyzelt. Das „Melt!“-Festival in Ferropolis bei Bitterfeld, Mekka für elektronische Tanzmusik, muss das erste Mal in seiner zwölfjährigen Geschichte die Meute auf die harte Tour stoppen, die hier drei Tage durchfeiern will. 25 Liter Regen pro Quadratmeter, Sturm. Kaum ein Pavillon auf dem Campingplatz, der den nächsten Tag erlebt.

Das kleine Feuchtigkeitsproblem ist aber schnell vergessen. Noch vor dem Unwetter hatte die Sängerin der Stunde, Beth Ditto von der Band Gossip, den Begriff Rampensau definiert. Mit geschätzten 125 Kilogramm Lebendgewicht und einem für die Hälfte davon ausgelegten Kleidchen fegt sie über die Bühne: „Mein Name ist Fraulein Sweinchen“, erklärt sie in gebrochenem Deutsch, lacht dreckig. 20.000 Besucher toben zu „Heavy Cross“, dem Hit aus „Music for Men“. Das erste große Highlight.

Stadt aus Eisen

Das Besondere am erstmals ausverkauften „Melt!“ ist nicht nur die Vielfalt der 100 Künstler auf fünf Bühnen, von der rockigen „Bloc Party“ über brasilianischen Baile-Funk bis zu den Elektro-Altmeistern Aphex Twin. Es ist die Kulisse der „Stadt aus Eisen“, dem zur Konzertarena umfunktionierten früheren Braunkohletagebau. Gigantische, kunterbunt beleuchtete Mega-Bagger sind die postindustrielle Kulisse für hippe Besucher – Motto: nur nicht langweilig. Grüne Pilotenbrillen, lila Leggins, schlechter Geschmack als Statement. Schick ist, wer trotzdem gut aussieht.

Gut sieht es auch für das Duo LA Roux aus. Gerade als das nächste große Ding gehandelt, verzaubern die Londoner mit 80er-Synthie-Pop und der schrill-intensiven Sängerin Elly Jackson. Ihr Auftrittszelt platzt fast, in Zeiten des Internets wird aus Newcomern schnell eine Massenattraktion. Röyksopp aus Norwegen haben keine Platzprobleme. Sie dürfen ihren mal sphärischen, mal peitschenden Elektrosound auf der Hauptbühne zeigen. Dort lässt auch Jochen Distelmeyer die Trauer um die Trennung von Blumfeld, seiner Ex-Band, vergessen. Und Phoenix beweisen, dass ihr Albumtitel „Wolfgang Amadeus Phoenix“ gar nicht mal so größenwahnsinnig war.

Zum Finale die Britpop-Rocker von Oasis: Wunderschön sei es hier, findet Liam Gallagher zur späten Sonntagnacht. Fast schon altmodisch muten nach den drei Tagen die 100-mal gehörten Songs von „Wonderwall“ bis „Morning Glory“ an, jedes Lied wird zum Chorstück. „Don’t Look Back in Anger“ singen Oasis zum Abschluss. Das, liebe Gallaghers, wird auch nach dem zwölften „Melt!“ wohl niemand tun.


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  • Melt MariAA – 21.07.09
    war wirklich schön da. 1.x da und geh wieder.

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