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Jan Plewka macht die Fans im 
Capitol selig. Das Bühnenoutfit 
ist mit T-Shirt und Schiebermütze 
angemessen reduziert.

Jan Plewka macht die Fans im
Capitol selig. Das Bühnenoutfit
ist mit T-Shirt und Schiebermütze
angemessen reduziert.© Tobias Kleinschmidt

Konzert

Einen Abend nur noch Selig sein

Jan Plewka und seine Truppe begeistern im Capitol. Das „Mädchen auf dem Dach“ ist ebenso dabei wie „Schwester Schwermut“ und der „Arsch einer Göttin“.

Hannover. „Ich lüge nie“ sind die ersten Worte von Seligs Frontmann Jan Plewka im fast ausverkauften Capitol. Er reißt die Arme zum Klatschen hoch - die dunkle Röhrenjeans sitzt tief, das weiße Shirt rutscht hinauf. Plewka tanzt und strahlt und singt: „Und sie lacht und sie weint und sie leuchtet und meint.“

Es sieht manchmal ein wenig eigen aus, wie der Mann mit der Schiebermütze sich bewegt. Ohne langes Warmwerden steigt auch das Publikum sofort mit ein. Und singt. Die zumeist ziemlich aus dem jugendlichen Alter herausgewachsenen Besucher kennen jeden Text. Das inzwischen 20 Jahre alte „Mädchen auf dem Dach“ löst ebenso große Begeisterung aus wie die vielleicht zu spät kommende Nachricht aus dem Lied „Danke“ vom neuesten Album.

Ja, sind wir denn hier in einem Hardrock-Konzert: Gitarrist Christian Neander wirbelt die langen Haare herum. Die leisen laut mitgesungenen Töne „Ohne dich“ und teilweise ohne Plewka stehen doch deutlich für Kuschelrock. Aber für Selig eine Musikschublade öffnen? „Ist es wichtig - nein, so richtig wichtig ist es nicht.“ Es ist „Alles auf einmal“.

„Wir sind mit unserer Tour im tiefsten Winter gestartet. Mit diesem Lied versuchen wir bei jedem Konzert, den Frühling herbeizusingen“, erklärt Plewka - bevor er den „Arsch einer Göttin“ lobpreist. Pünktlich zum letzten Konzert der aktuellen „Magma-Tour“ hätten sie es hier in Hannover endlich geschafft. Trotzdem seien sie „ganz wehmütig“.

Von einem langen „Ooh“ getragen versammelt sich die ganze Crew auf der Bühne und wird herzlich verabschiedet. Das ineinander verschmolzene Magma von Band und Publikum löst sich auf - nach dem Abend im Glück zieht vermutlich manche „Schwester Schwermut“ ein. Sicher ist: „Der Tag wird kommen“, an dem der alte Diesel-Motor eines Containerschiffs wieder auf der Leine tuckert. Denn: „Wir werden uns wiedersehen“. Und das ist garantiert nicht gelogen.

Bewertung: 4/5


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