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VOLLER EINSATZ: Wanda-Sänger Michael Marco Fitzhum gibt alles für die Fans – die bekommen dafür Schnaps.© Tim Schaarschmidt

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Konzert

Durchstarter Wanda im ausverkauften Capitol

Man kann schon mal euphorisch werden in so einer Umgebung. Ausverkauftes Capitol, kein Zentimeter Platz. Bei einer Band, die noch fast zur Kategorie Newcomer zählt, keine Selbstverständlichkeit. Wanda aus Österreich haben aber irgendwas sehr richtig gemacht - und feiern das und sich und alles nun einfach mit vollem Einsatz.

Hannover. Sänger Michael Marco Fitzhum hat schon nach dem ersten Lied „Luzia“ Hemd und Jackett aufgeknöpft und beim zweiten, „Schickt mir die Post“, die erste Zigarette in der Hand, reihum greifen die weiteren Bandmitglieder zur Flasche. Rock ’n’ Roll eben. Musikalisch sind Wanda mit ihren tanzbaren Melodien schon fast poppig aufgestellt - aber mit genug Wums für die Indie-Disko.

Wer Wanda zum ersten Mal hört, braucht dank des starken österreichischen Dialekts des Sängers vielleicht ein paar Minuten des Einfindens. Die Fans sind es gewohnt, sie kennen jede Zeile, vor allem von den Singles wie „Bussi Baby“, schöne Studentenpoesie: „Du wirst von Sternen high/ich bin da nicht so frei/ich brauch schon Schnaps oder irgendwas.“ Zwei Alben haben Wanda bisher draußen, „Bussi“ folgte „Amore“ und stieg gleich auch in die deutschen Top Ten ein. Auch das ein Grund für Euphorie. „Ich will Schnaps! Wenn du mich liebst, gib mir Schnaps!“, singt der Frontmann, nachdem er eine Flasche ins Publikum gereicht hat - und sich anschließend auf den Händen der Fans zur Bar tragen lässt, um sich eben noch einen zu holen. Die Völkerverständigung gelingt. Danach gibts dann mit „Bologna“ den größten Hit. „Wenn jemand fragt, wofür du stehst, sag für Amore, Amore!“ - das nimmt das Publikum wörtlich, die Liebe ist groß für Wanda. Tanzwut trifft Trinkfreudigkeit, das geht ja meistens gut zusammen.

So müssen es dann auch noch vier Zugaben sein, eine davon ein gelungenes Beatles-Cover, „A Hard Day’s Night“. Beim anschließenden „1, 2, 3, 4“ wird dann doch noch eine Zuschauerin kritisch: „Die Hannoveraner kriegen es wieder nicht hin“, bemängelt sie ob des kollektiv mitgesungenen Refrains. „Das heißt ‚Aaans, Zwaaa, Draaa, Vier‘ - die singen das ja hier alle hochdeutsch!“, schimpft die Bayerin. Die Band wird es der Stadt verzeihen - und hoffentlich wiederkommen. Möglicherweise braucht sie dann aber eine größere Halle - und mehr Schnaps.

Bewertung: 5/5


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