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IM NASSEN ELEMENT:  Pi (Suraj Sharma) kämpft auf hoher See ums Überleben.

IM NASSEN ELEMENT: Pi (Suraj Sharma) kämpft auf hoher See ums Überleben.

Filmkritik

Drama: Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger

Magisches Märchen: Ang Lees Kinodrama „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ ist für drei Golden Globes nominiert

Der märchenhafte Bestsellerroman „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel galt lange als unverfilmbar. Wundersam und absurd ist die Welt des kanadischen Autors. Regisseure wie M. Night Shyamalan („The Happening“) und Jean-Pierre Jeunet („Die fabelhafte Welt der Amélie“) versuchten sich an dem Stoff und gaben irgendwann wieder auf. Doch „Brokeback Mountain“-Regisseur Ang Lee hat es jetzt geschafft: Mit genialen 3-D-Effekten entführt der gebürtige Taiwaner und Oscarpreisträger die Kinozuschauer in eine visuell einzigartige Welt.

„Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ ist eine ziemlich skurrile Geschichte. Das fängt schon mit dem Namen der Hauptfigur an, Piscine Molitor Patel (Suraj Sharma), nach einem Schwimmbad inParis benannt. Der Sohn eines indischen Zoobesitzers macht daraus Pi, um dem Spott seiner Mitschüler zu entgehen. Sein Gegenspieler ist Richard Parker, ein ganz normaler Name – nur nicht für einen Bengalischen Tiger. Pi und Parker sitzen in diesem Film buchstäblich im selben Boot. 227 lange Tage treiben sie als Schiffbrüchige gemeinsam über den Pazifik.

Für „Life of Pi“ trommelte Ang Lee einen Haufen Effekte-Experten zusammen. Das Ergebnis ist ein dreidimensionales Feuerwerk für die Sinne: Man sitzt mittendrin, wenn ein Schwarm glitzernder Fische an den Köpfen vorbeischießt. Oder ein riesiger Wal aus einem Meer von Leuchtplankton steigt. Oder wenn sich die Nackenhaare von Richard Parker sträuben und die mächtigen Muskeln unter dem Fell zittern. Der Tiger aus dem Computer ist von einem echten Tier nicht zu unterscheiden.

Mit den bahnbrechenden Effekten von „Avatar“ wird „Life of Pi“ verglichen, doch in Lees Film sind sie nur das Beiwerk für eine magische, spirituelle Reise, die Lee gewohnt originell inszeniert. Eine berührende Parabel über Glauben, Mitgefühl und Freundschaft.

Sie beginnt für den kleinen Pi im Zoo des Vaters in Indien. Der will seiner Familie in Kanada eine bessere Zukunft bieten. Auf der Überfahrt mit all den Zootieren an Bord sinkt das Schiff in einem schweren Sturm – und mit ihm versinken Pis Eltern und der Bruder im Ozean. Mit einer Handvoll Tieren, darunter ein verletztes Zebra, ein seekranker Orang-Utan und auch der Tiger Richard Parker, kann sich der Junge in ein kleines Boot retten. Nach kurzer Zeit kämpfen nur noch Pi und Parker ums Überleben.

Die Hauptrolle spielt – neben dem Kino-Tiger – der indische Student Suraj Sharma. Er setzte sich beim Vorsprechen gegen 3000 Kandidaten durch. Lee hat mit der 3-D-Technik Neuland betreten. „Ich hatte immer wieder große Angst. Die Dreharbeiten waren ein echter Lernprozess für mich“, sagt der Regisseur, der das dreidimensionale Kino heute preist. So viele Sorgen hätte er sich auch gar nicht machen müssen: „Life of Pi“ ist magisches Kino – und schon für drei Golden Globes nominiert.

Bewertung: 4/5


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