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STRAHLEMANN MIT STAKKATO-STIL: Don Winslow gehört 
zu den 
heißesten 
Thriller-Machern unserer Tage.
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Heusel

STRAHLEMANN MIT STAKKATO-STIL: Don Winslow gehört
zu den
heißesten
Thriller-Machern unserer Tage.
Foto:
Heusel© NANCY HEUSEL

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Literatur

Don Winslow las aus "Kings of Cool" im Literarischen Salon

Das Gesicht ist kalifornisch gebräunt, ein Lächeln auf den Lippen. Mit dem mürrischen Autorenfoto, mit dem der Suhrkamp-Verlag Werbung macht für „Kings of Cool“, hat Don Winslow kaum Ähnlichkeit.

Hannover. Im Literarischen Salon an der Uni las er aus seinem Krimi und erzählte launige Geschichten aus seinem früheren Leben als Privatdetektiv und seiner Kindheit in der Nachbarschaft von Mafiabossen („ganz normale Leute“).

Don Winslow zu bitten, ein Kapitel aus dem Buch zu lesen, ist riskant. „Fuck me“, sagt der 59-Jährige mit einem Augenzwinkern. Denn aus mehr als diesen zwei Wörtern besteht das erste Kapitel von „Kings of Cool“ nicht. Winslows rasanter Stakkato-Stil wird von Kritikern gefeiert, Synchronsprecher Dietmar Wunder (deutsche Kino-Stimme von Daniel Craig, liest auch die Hörbücher ein) nimmt die 160 Besucher im Salon mit auf diesen Ritt.

So atemlos wie die Sprache ist auch die Handlung der beiden letzten Bücher - der Vorgänger „Zeit des Zorns“ läuft gerade unter dem Titel „Savages“ im Kino. Die Helden: Ben, Chon und Ophelia alias O. Der Sex der Dreierbande hat Winslow Ärger mit republikanischen Damenvereinen eingehandelt. „Wenn man als Mann mit mehreren Frauen schläft, ist man ein Hengst. Tut eine Frau dasselbe, ist sie eine Schlampe“, kritisiert er. Applaus einer Blondine in der ersten Reihe - es ist Winslows Ehefrau.

Ben, Chon und O. dealen mit Marihuana, legen sich mit einem Kartell an, arrangieren sich mit korrupten Polizisten. „Aber es ist kein Buch über Drogen“, so Winslow. Eher eins „über Familien“. An den Eltern der Helden erzählt er, wie Amerika in den 60ern seine Unschuld verliert.

Beim Thema „War on Drugs“ an der amerikanisch-mexikanischen Grenze redet Winslow sich in Rage. Er wünscht sich eine andere Drogenpolitik. Milliarden Dollars, die in die Grenzsicherung gesteckt würden, sollten besser in Gesundheitsaufklärung und die Behandlung Süchtiger fließen.

Eine Angst hat Winslow: Die Leute könnten ihn für einen „angry little man“ halten, fürchtet er. „Aber ich bin ein Cupcake“, versichert er strahlend, ein kleines Törtchen. Glauben wir ihm glatt.

Bewertung: 5/5


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