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Kultur Dieter Nuhr und die Idioten
Nachrichten Kultur Dieter Nuhr und die Idioten
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00:17 07.02.2018
30 Jahre: Dieter Nuhr ist schon lange dabei und ist noch immer gut. In der Swiss-Life-Hall machte er sich Gedanken übers Nörgeln. Quelle: Heusel
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Hannover

Es gibt diese eine Sache, die die Deutschen besonders gut können: Das Nörgeln. An allem und jedem und am besten auch noch ohne Grund. So sieht es jedenfalls Comedian Dieter Nuhr, der „in einer Welt voller Idioten“ den Blick für das Wesentliche bewahrt hat.

„Diese chronische Unzufriedenheit in diesem Land geht mir ganz schön auf den Sack!“, betont er am Sonnabend in der ausverkauften Swiss Life Hall.

„Nuhr hier, nur heute“ heißt sein aktuelles Programm, in dem er verbal mal wieder das Weltgeschehen abklappert, sich an das ungeklärte Phänomen der menschlichen Psyche heranwagt und auch vor flachen Urologenwitzen nicht Halt macht.

Auf der Bühne zeigte sich Nuhr genügsam. Flackernde Lichter, Pyrotechnik und so ein großes Aufgebot wie bei seinen Kollegen seien nichts für ihn. „Bei mir ist alles genauso, nur ohne den ganzen Scheiß“, beschreibt er seinen Auftritt selbst.

Dabei feuert er tiefenentspannt und treffsicher seine Pointen ab.

So schlägt er der Politik beispielsweise ein neues Wahlsystem vor, bei dem man die Parteien nicht bloß ankreuzt, sondern den vollständigen Namen fehlerfrei ausschreiben muss. Schwere Aufgabe.

Dieter Nuhr ist der lebende Beweis dafür, dass Humor auch in die Tiefe gehen kann. Intelligent und wortgewandt führte er dem Publikum so manch Paradoxon des menschlichen Denkens vor Augen und entpuppte sich als Verschwörungstheoretiker und auch als Empörungstheoretiker.

Anlässlich seines 30-jährigen Bühnenjubiläums kramte der Comedian in der Anekdoten-Kiste und erzählte von seinem ersten Solo-Auftritt in Dresden nach der Wende. „Das war mein einziger Auftritt, bei dem niemand geklatscht und niemand gelacht hat“, erinnert er sich.

Darüber muss sich Dieter Nuhr heute keine Gedanken mehr machen. Wer sein Programm nach drei Stunden verlässt, der wurde nicht nur bestens unterhalten, sondern hat im Idealfall auch etwas lernt. Über sich selbst und über das Verhalten seiner Mitmenschen.

Ferner sinnierte Nuhr über „die guten alten Zeiten“: „Waren die alten Zeiten wirklich so gut? Heute ist die Welt jedenfalls besser als ihr Ruf“, sagt er.

Und für alle, die gerne nörgeln, hat Dieter Nuhr einen guten Rat: „Machen Sie sich locker! Irgendwas ist immer.“

Von Lara Sagen

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