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Playboy, Lebemann, Ehemann von Brigitte Bardot - und Kunstsammler: Gunter Sachs.

Playboy, Lebemann, Ehemann von Brigitte Bardot - und Kunstsammler: Gunter Sachs. © Uli Deck

Kunst

Die Kunstsammlung von Playboy Gunter Sachs

Andy Warhol, Jean Fautrier und Yves Klein: Das sind nur einige der Künstler, die Gunter Sachs zu Lebzeiten um sich versammelte - in persona und in ihren Werken.

München. Jetzt, rund anderthalb Jahre nach seinem Tod, gibt Sachs' Familie einen Einblick in die umfangreiche Kunstsammlung, die der Unternehmer und Lebemann hinterlassen hat. Von diesem Donnerstag an zeigt die Villa Stuck in München die wichtigsten Werke aus dieser Sammlung.

Es sind die "Lieblingsbilder vom Vater" dabei, wie Sachs' Sohn Rolf am Mittwoch in München sagte. "Als Fotograf, Unternehmer und Kunstsammler verfolgte er, wie nur Wenige, die Wandlungen der Kunst in den letzten fünfzig Jahren", hieß es vom Kunsthaus. Unter den Exponaten sind Bilder der Pop-Art-Legenden Andy Warhol und Roy Lichtenstein.

"Für meine Familie und mich ist es eine ganz besondere Freude und Ehre", sagte Rolf Sachs. Er sei als Kind dabei gewesen, als sein Vater mit einer Ausstellung 1967 die Anfänge seiner Sammlertätigkeit präsentierte - ebenfalls in der Münchner Prinzregentenstraße. "Das war damals noch eine Avantgarde-Ausstellung", sagte er. "Heute ist es fast eine Ausstellung der klassischen Moderne." Das Museum nennt die Sammlung Sachs "eine der bedeutendsten europäischen Privatsammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst".

Sachs hatte Ende der 1950er Jahre in Paris seine Liebe zur Kunst entdeckt und den Grundstein für seine Sammlung gelegt. Er kaufte direkt von den Künstlern. Nicht nur mit Warhol verband ihn eine enge Freundschaft, auch mit Yves Klein oder Jean Fautrier. "Es war Liebe auf den ersten Blick", soll Sachs über Fautrier gesagt haben.

Warhol soll ihm förmlich aufgelauert haben, in den 60er Jahren in einer Bar in St. Tropez. Denn Gunter Sachs hatte sich damals schon einen Namen als Kunstsammler gemacht. Der Plan ging auf, die beiden wurden Freunde und wenige Jahre später präsentierte Sachs in Hamburg eine der ersten Warhol-Ausstellungen in Deutschland - allerdings mit mäßigem Erfolg. Sachs kaufte ein Drittel der Werke selbst - eine seiner besten Investitionen, wie er später sagte. Die Ausstellung in München zeigt neben Sachs-Porträts auch drei Bilder seiner berühmten Ex-Frau Brigitte Bardot, die Warhol gemalt hat.

Erst im Mai wurden Teile der Sammlung in London versteigert - für einen Erlös von umgerechnet mehr als 51 Millionen Euro. "Man kann nicht für Jahre alles im Lager haben", betonte Rolf Sachs.

Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar in München zu sehen, danach soll sie nach Schweinfurt weiterziehen - "zu unseren Ursprüngen", wie Rolf Sachs sagte.

Der fast schon legendäre Gunter Sachs wurde am 14. November 1932 auf Schloss Mainberg in Franken geboren. Er war Fotograf und Filmemacher und galt als letzter Playboy. In den 60er und 70er Jahren gehörte er zum europäischen Jetset. Sein Name fiel im Zusammenhang mit Promis wie Twiggy, Jean-Paul Belmondo, Alain Delon, Aristoteles Onassis oder Romy Schneider. Im Mai 2011 nahm Gunter Sachs sich im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in der Schweiz das Leben. In einem Abschiedsbrief erklärte er, er leide an einer "ausweglosen Krankheit". Dabei soll es sich um Alzheimer gehandelt haben.

dpa


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