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BESTSELLERAUTORIN:Die Bücher von Cornelia Funkewerden von ihren zumeist jungenLesern verschlungen – daskönnte bei „Die Feder einesGreifs“ auch so sein.

BESTSELLERAUTORIN: Die Bücher von Cornelia Funke werden von ihren zumeist jungen Lesern verschlungen – das könnte bei „Die Feder eines Greifs“ auch so sein.© Angelika Warmuth

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Literatur

„Die Feder eines Greifs“ das neue Buch von Cornelia Funke

19 Jahre haben Drache Lung und Drachenreiter Ben zwischen den Seiten geschlummert, jetzt hat Bestsellerautorin Cornelia Funke sie für ein neues Abenteuer wieder hochfliegen lassen. „Die Feder des Greifs“ heißt der neue Fantasy-Jugendroman, in dem Funke an die Abenteuer vom „Drachenreiter“ von 1997 anknüpft. Und damit geht sie ein Wagnis ein: Denn die Fans von einst sind erwachsen, mit dem Folgeroman muss sie neue junge Leserschichten erschließen.

Cornelia Funke schließt mit dem zweiten Band (Startauflage stolze 100 000 Bücher) inhaltlich exakt am ersten Band an: Drachenreiter Ben (14) ist vom Fabelwesenschützer Barnabas Wiesengrund adoptiert worden und lebt bei ihm mit vielen magischen Tieren in Mímameidr. Doch ins Idyll brechen schlechte Nachrichten: Die letzte Pegasusstute der Doch Greife hassen Pferde, und Drachen betrachten sie als ihre ärgsten Feinde, sie glauben, dass das Blut eines toten Drachens sie unsterblich macht. Keine guten Voraussetzungen für Lung und Ben, diese Mission erfolgreich zu bestehen. Daher hintergeht Ben zum ersten Mal seinen Drachen und verheimlicht ihm, wohin er aufbricht. Doch Lung spürt die Gefahr, in der Ben ist, und fliegt ihm nach.

Es ist ein Spagat, den Funke da versucht: Zum einen schließt sie nahtlos da an, wo sie im Band eins vor 19 Jahren aufgehört hat. Wer also beide Bücher in einem Rutsch liest, ist eindeutig im Vorteil. Allerdings muss Funke auch diejenigen abholen, die das Buch vor fast 20 Jahren gelesen haben und vielleicht das eine oder andere Detail nicht mehr so parat haben. Außerdem gibt es neue Leserschichten, die jetzt zunächst zum zweiten Band greifen werden. Daran liegt es wohl, dass der neue Band ein wenig schwerfällig anfängt. Funke muss ja viele Figuren, ihre Eigenheiten und Beziehungen zueinander erklären.

Das nimmt der Geschichte zunächst die Fahrt, richtig gefesselt von der Story wird man erst, wenn die Greife tatsächlich auftauchen. Dann wird auch der zweite Band junge Leser dazu bringen, es nachts heimlich unter der Bettdecke in einem Rutsch durchlesen zu wollen.

Denn auch sprachlich hat sich Funke weiterentwickelt, den „Drachenreiter“ schrieb sie am Anfang ihrer Karriere, die Spielorte kannte sie nur aus Büchern. Heute wohnt sie in Los Angeles und ist ein weitgereister Weltstar, der zwischen 2003 und 2007 mit seiner „Tintenwelt“-Reihe drei Bestseller vorlegte - derzeit schreibt Funke am vierten Band, den sie „Die Farbe der Rache“ betiteln wird, wie sie dem SWR-Fernsehen sagte. Kurzum: Cornelia Funke ist eine Frau, die viel erlebt hat, schon, weil sie nach dem Tod ihres Mannes 2006 zwei Kinder großgezogen hat.

Diese Erfahrungen fließen spürbar in das neue Buch mit ein, die Über-400-Seiten-Geschichte ist dichter und ausgereifter. Der neue Drachenreiter Winston hat beispielsweise ein reales Vorbild, einen Jungen aus Indonesien, den Funke über ihre Website kennengelernt hat. Immer wieder lockert die Autorin mit humorvollen Einfällen Szenen auf, Spaß machen auch ihre fantasievollen, teilweise skurrilen Figuren. Doch es geht Funke nicht nur um ein schönes, spannendes Leseerlebnis: Seit 2012 ist sie Botschafterin der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Und so verwundert nicht, dass sie dem zweiten Drachenreiter-Band eine wichtige Botschaft beilegt. Sie zeigt, wie wichtig es ist, sich für den Schutz bedrohter Arten einzusetzen, gemeinsam für eine bessere, vielfältigere Welt zu kämpfen. Und so lässt sie Barnabas fragen: „Haben wir nicht die beste Arbeit der Welt? Auch wenn man uns dafür ab und zu in einen Käfig sperrt?“ „Die allerbeste!“, antwortet Ben, „aber da das nun erledigt ist ... Wen retten wir als Nächstes?“HHHH H

Cornelia Funkes „Drachenreiter: Die Feder eines Greifs“ (Dressler, 415 Seiten, 18,99 Euro) erscheint am 26. September.


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