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Ein Bildnis des Kurfürsten Johann Friedrich I., gemalt von Tizian um 1548.

Ein Bildnis des Kurfürsten Johann Friedrich I., gemalt von Tizian um 1548. © Martin Schutt

Ausstellungen

"Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa"

Sie waren glühende Verfechter von Luthers Reformation. Ihre ausgeklügelte Heiratspolitik verband sie mit fast allen Königshäusern Europas. Heute ist das Fürstengeschlecht der Ernestiner kaum noch bekannt. Eine Ausstellung will das ändern.

Weimar/Gotha. Dokumente und Insignien fürstlicher Macht, Gemälde, Schlossmodelle und Kuriositäten aus den Kunstkammern: In der Thüringer Landesausstellung "Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa" soll das heute kaum bekannte Adelsgeschlecht aus dem Hause Wettin vorgestellt werden.

In den ehemaligen Residenzstädten Weimar und Gotha verdeutlichen von Sonntag an bis zum 28. August 600 Exponate - darunter Leihgaben aus Madrid und Stockholm - Macht und Glanz der Ernestiner. Als Schutzherren von Martin Luther, glühende Verfechter der Reformation und durch kluge Heiratsstrategie lenkten sie bis zum Ende der Monarchie 1918 die Geschicke Europas mit.

"Es gab keine Dynastie für das werdende Luthertum, die so entscheidend war wie diese", sagte der Generaldirektor der Museen der Klassik Stiftung, Wolfgang Holler, am Mittwoch. Die Schau stimmt auch auf das Reformationsjubiläum 2017 ein. Dann wird auf der Wartburg bei Eisenach die Ausstellung "Luther und die Deutschen" gezeigt.

An vier originalen Orten - zwei Stadtschlössern und zwei Kunstmusseen - laden die Klassik Stiftung Weimar und die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha nun zur Zeitreise durch mehr als vier Jahrhunderte ein. Weimar konzentriert sich dabei auf die Themen Reich, Glaube und die Förderung der Wissenschaft.

Gotha legt den Fokus auf die gemeinsame Politik der in kleine Herzogtümer aufgeteilten Herrscherfamilie, die Förderung der Künste und die Heiratspolitik, mit der die Ernestiner verlorenes politisches Terrain zeitweise zurückerobern konnten. Bis heute gibt es Nachfahren der Adelshauses - etwa in Königshäusern in Schweden, Belgien oder Norwegen. Auch bei den Windsors in England gab es Männer aus Thüringen. Königin Viktoria und Prinz Albert sind das wohl bekannteste Paar.

Die verwandtschaftlichen Verbindungen quer durch Europa haben jedoch nicht den Ersten Weltkrieg verhindern können. 1917 legte das englische Königshaus den Namen Sachsen-Coburg-Gotha ab und nennt sich seitdem Windsor. Dazu habe auch ein in Gotha produziertes Flugzeug beigetragen, das bei seinen Flügen England bombardierte, sagte die Weimarer Wissenschaftlerin Karin Kolb.

Die Ernestiner-Schau ist die erste große Ausstellung, die sich knapp einhundert Jahre nach dem Ende der Monarchie mit der Thüringer Adelsfamilie beschäftigt. Diese führte unter anderem nach dem Dreißigjährigen Krieg im Gothaischen Teil die Schulpflicht für Mädchen und Jungen ein. 1816 verabschiedete Herzog Carl August in Weimar eine der ersten frühdemokratischen Verfassungen in einem deutschen Territorium. Die Ausstellung erzählt in 20 Episoden vom Werden der Ernestiner - und von ihrem Machtverlust.

dpa


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