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HURENSÖHNE: Maxim, Nico und Tarek (von links) von K.I.Z. im Capitol. © Insa Cathérine Hagemann

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Konzert

Derbe feiern mit K.I.Z. im Capitol

Ausverkauftes Capitol, die Stimmung ist aufgeheizt, die meist ziemlich jungen Fans skandieren den Namen der Band, die endlich auf die Bühne kommen soll: K.I.Z. sind auf „Hurra, die Welt geht unter“-Tour. Den deutschen Hip-Hop wollen sie revolutioniert haben, und sicherlich haben sie ihn mindestens aufgemischt. Das sieht man auch am Publikum: Die Hip-Hopper vermengen sich mit Hipstern, Gymnasiasten und Partyvolk, betrunken sind sie fast alle. Das Wort, das an diesem Abend wohl am häufigsten fällt: „Hurensohn“.

Hannover. So heißt ein älteres Stück von K.I.Z., das wegen seines Erfolgs schon mehrere Neuauflagen erfahren hat - die textsicheren Fans kennen sie alle auswendig. Schon der erste Song, „Urlaub fürs Gehirn“, wird aus 1600 Kehlen mitgebrüllt, Partystimmung bis in die letzten Balkonreihen.

Die Texte von Nico, Maxim und Tarek sind manchmal gesellschaftskritisch, meistens vor allem derbe. Es gibt viel Gewalt, oft gegen Frauen, es geht ums Feiern ohne Verstand. Das soll ironisch sein, Kritik üben an genau dem, was beschrieben wird. Und wenn man ein wenig nachforscht, kann man herausfinden, dass die Band durchaus gegen Sexismus ist und Gewalt und politisch eher links steht.

Nur: Ist es noch Ironie, wenn die Fans es nicht merken? Zwei Stunden Party später scheint das auch egal, das Publikum ist erschöpft, aber glücklich, zum Abschluss liegen sich alle in den Armen und singen noch einmal: „Hurensohn“.

Bewertung: 4/5


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