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KONZERT-HIGHLIGHT: Lola Marsh sind die Stars des Fests.

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Gedenkstätte

"Denk.Mal.Garten.Fest": Ort der Trauer, Ort der Freude

Es ist ein Ort der Trauer, des Gedenkens, der mahnenden Erinnerung - doch am 20. August auch ein Ort der Freude: Erstmals veranstaltet die Gedenkstätte Ahlem mit ihren Anrainern ein Fest, ein „Denk.Mal.Garten.Fest“ für die ganze Familie.

Hannover. Nichts soll vergessen werden, nichts verdrängt - aber es soll eben auch daran erinnert werden, dass jüdisches Leben in Deutschland mehr bedeutete als dessen Vernichtung im Holocaust. „Bis die Nazis kamen, war hier nun einmal die jüdische Gartenschule untergebracht. Hier wurde gelebt, hier wurde gefeiert“, erzählt Stefanie Burmeister, Leiterin der Gedenkstätte: „Oft kommen Zeitzeugen zu uns, die sagen: ,Was Sie hier machen, ist ja alles gut und schön - aber warum ist hier so wenig los?‘“

Dabei sei es Aufgabe moderner Gedenkstättenarbeit, Begegnungen zu schaffen, den Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft zu richten: „Wir wollen einfach nur, dass morgen jüdische und nicht-jüdische Menschen miteinander feiern.“ Und das können sie mit Musik und Kinderprogramm, mit Lesungen und Führungen, auch das.

Das Fest krönt die Bemühungen Burmeisters und ihrer Mitstreiter um eine Neudefinition der Beziehungen. Der Vorläufer ist die Reihe „Musik aus Israel“, eine Kooperation der Gedenkstätte mit Radio Leinehertz und dem Café Glocksee: Auf ihre Einladung hin kommen israelische Musiker - meist aus der virilen Szene Tel Avivs - nach Hannover und geben Konzerte. Und am nächsten Tag gehen sie in Schulen und sprechen über ihren Alltag, über das Leben im Nahen Osten, natürlich auch über die Vergangenheit. Künstler wie Sun Tailor, Dan Billu, The Angelcy und Lola Marsh waren schon da, Stars in ihrer Heimat, in Deutschland auf dem Weg dahin.

Den Anstoß zur Reihe gab Jens Dreiser von Leinehertz: Der Welthit „One Day Maybe“ des israelischen Sängers Asaf Avidan war für ihn Anlass zu schauen, was für Musik es noch in Israel gibt: „Ich war überwältigt. Gerade die Szene in Tel Aviv ist zwar klein, aber unglaublich lebendig.“ Er knüpfte Kontakte, lud Bands ein, lernte die Menschen hinter der Musik kennen. Seit Oktober stellt er nun einmal im Monat in der Sendung „Tel Over“ neue Entdeckungen vor: „Ich spiele das nicht, weil es jüdische Musiker sind. Ich spiele es, weil es tolle Musiker sind.“ Inzwischen ist eine Kooperation zwischen Leinehertz und einem israelischen Sender geplant.

„Sun Tailor hat gesagt, unsere Länder seien nun mal durch ihre Geschichte miteinander verbunden“, sagt Dreiser: „Die neue Generation möchte darauf aufbauend etwas Positives entstehen lassen.“ Und so ginge es bei dem Austausch zwischen Musikern und Schülern schnell um so essenzielle wie gegenwärtige Fragen: „Wie lebt ihr hier? Was ist euch wichtig?“

Begegnungen auf Augenhöhe, darum geht es. „Die meisten Menschen haben bei Israel doch nur zwei Dinge im Kopf: den Nahost-Konflikt und den Holocaust. Natürlich müssen wir erinnern und mahnen - aber dieses Denken müssen wir aufbrechen, um die Zukunft zu gestalten“, sagt Burmeister: „Wenn Menschen sich tatsächlich kennenlernen“, zitiert die Gedenkstättenleiterin einen der Musiker, „dann können sie einander nicht mehr hassen.“

„Denk.Mal.Garten.Fest“: am 20. August von 14 bis 20 Uhr. Bespielt werden die Außenflächen und Gebäude der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover sowie der Justus-von-Liebig-Schule der Region Hannover, der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Ahlem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Verein Neues Land. Der Eintritt ist frei.


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