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Aufbruch in Cumberland: (von links) Dramaturgin Sarah Lorenz, Hausregisseur Alexander Eisenach, Barbara Kantel (Leiterin Junges Schauspiel), Dramaturgin Rania Mleihi, Dramaturg Johannes Kirsten, Intendant Lars-Ole Walburg und Chefdramaturgin Judith Gerstenberg.

Aufbruch in Cumberland: (von links) Dramaturgin Sarah Lorenz, Hausregisseur Alexander Eisenach, Barbara Kantel (Leiterin Junges Schauspiel), Dramaturgin Rania Mleihi, Dramaturg Johannes Kirsten, Intendant Lars-Ole Walburg und Chefdramaturgin Judith Gerstenberg.
© Katrin Ribbe

Theater

Das plant das Schauspielhaus für 2017/2018

Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg gibt in seiner vorletzten Spielzeit noch einmal richtig Gas: Ganze 23 Neuproduktionen, darunter fünf Uraufführungen, plant er für 2017/2018. Das Theater soll Ort der Visionen sein. Das gilt insbesondere für „Cumberland“: Das historische Treppenhaus wird zu einem Veranstaltungszentrum, umgebaut.

Hannover. Theater über den Köpfen der Zuschauer und in einer U-Bahn-Station, Stoffe von der Antike bis in die Zukunft – 23 Neuproduktionen, darunter fünf Uraufführungen, planen Schauspiel-Intendant Lars-Ole Walburg und sein Team für die Spielzeit 2017/2018.

Was sie damit vorhaben, formuliert Chefdramaturgin Judith Gerstenberg als „Selbstverpflichtung einer Zeitgenossenschaft“ angesichts des Weltgeschehens: „Wir staunen, sind oft erschüttert und auch einer Ohnmacht nahe.“ Was dem entgegensetzen? „Kultur als Kassiber der Wertvorstellungen“. Insofern ergibt es viel Sinn, dass die Spielzeit am 31. August mit „Medea“ eröffnet wird: Tom Kühnel klopft den antiken Stoff auf das Motiv des Fremden ab.

Es geht um das heutige Lebensgefühl, etwa ab 16. September in der Uraufführung von „Tod für eins achtzig Geld“ der Kleist-Förderpreis-Gewinnerin Franziska vom Heede, über den Niedergang des alten Europas („Der Entertainer“, ab 21. Oktober) bis zum langen Schatten von 9/11: So setzt Regisseurin Mina Salehpour („Alles ist erleuchtet“) ihre Auseinandersetzung mit US-Autor Jonathan Safran Foer fort: In ihrer Inszenierung von „Extrem laut und unglaublich nah“ nehmen die Zuschauer auf der Bühne Platz und schauen den Spielern im Bühnenturm zu.

Hannover spielt erneut eine große Rolle: Bereits im Mai hat Walburgs „Hool“ nach dem Roman von Philipp Winkler bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen Premiere und kommt dann (ab 23. September) ans Schauspielhaus – in dem Bestseller geht es um einen 96-Hooligan. Ulrike Günther widmet sich in einem Dokumentartheaterstück der „Chaostage – der Ausverkauf geht weiter“.

Hannoversch sind auch neue Kooperationen: Mit „Sometimes I Think, I Can See You“ beteiligt sich das Schauspielhaus im August an der Ausstellung „Made in Germany Drei“: Nach einer Idee des Italieners Mariano Pensotti verarbeiten vier Autoren live das Geschehen in der U-Bahn-Station Kröpcke in ein Stück. Beim Tanztheater „Lucky“ (ab 28. September) ist der Choreograf Felix Landerer dabei.

Für jüngere Zuschauer gibt es das Weihnachtsstück „In 80 Tagen um die Welt“ (ab 11. November). Und das Junge Schauspiel feiert im Herbst zehnten Geburtstag. Seine neue Leiterin Barbara Kantel zeigt unter anderem das Science-Fiction-Stück „Qualityland“ vom „Känguru-Chroniken“-Erfinder Marc-Uwe Kling (ab 9. März).

Eine neue Gesprächsreihe gibt es auch: Carolin Emcke, Friedenspreis-Trägerin des Deutschen Buchhandels widmet sich ab 19. Septmeber dem „ABC der Demokratie“. Und hinter all dem steht eine Vision, so Gerstenberg: „Wir versuchen dem Kulturpessimismus eine strahlende Zukunftssicht entgegenzusetzen.“

Alles neu in Cumberland

Es soll ein Ort des Austauschs werden, der neuen Lebensentwürfe, der kollektiven Utopien, nicht nur, aber besonders für ein studentisches Publikum. Der Name: Cumberland. Der historische Teil des Schauspielhauses, in dem bislang Cumberlandsche Galerie und Cumberlandsche Bühne untergebracht sind, wird ab 1. September umgewidmet.

Das bedeutet zunächst einen Umbau: Die Tribüne im Obergeschoss wird abgebaut, um flexiblere Lösungen zu ermöglichen. Unter der Leitung des neuen Hausregisseurs Alexander Eisenach und der Dramaturgin Sarah Lorenz sind neue Formate entwickelt worden, zum Beispiel die theatrale Fernsehsendung „Eine Stadt will nach oben“ fünf Regisseuren in zehn Folgen, die mponatliche Late-Night-Show „Zur Nacht Schau“ mit Schauspieler Jonas Steglich und die gastronomische Reihe „Feed your Head" mit „Boca“-Chef Christoph Elbert. Die alten Reihen blieben. das gilt – entgegen einschlägiger Szenegerüchte – auch für die „Calamari Moon“-Partys.

Das Schauspielhaus bietet für 30 Euro eine „Cumberland-Card“ an. Sie bringt ein Jahr lang 50 Prozent Rabatt auf alle Veranstaltungen dort

Von Stefan Gohlisch


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