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Interview

Das „Brikett“ am Maschsee

Frau Drevermann im NP-Interview zum Anbau des Sprengel-Museums.

Frau Drevermann, sind Sie tatsächlich überrascht von den heftigen Reaktionen auf das neue Sprengel Museum?

Ein bisschen haben wir sie erwartet.Denn dass man sich über ein solches Projekt - auch kontrovers - austauscht, ist selbstverständlich. Außerdem spiegelt die Diskussion auch die Bedeutung wieder, die dieses Museum in der Stadtgesellschaft hat. Aber wichtig ist auch: Man redet jetzt über den noch nicht fertiggestellten Bau, der sein endgültiges Aussehen erst noch bekommt.

Es gibt ja auch tatsächlich Hass auf das neue Museum, wenn Menschen da schreiben, dass das auch von Hitlers Architekt Albert Speer hätte erbaut werden können. Wie erklären Sie sich das?

Ein solcher Vergleich motiviert mich umso mehr, die Menschen über dieses Gebäude zu informieren und sie einzuladen, sich auf die gestalterische Qualität der Fassade einzulassen.

Was will die Stadt machen, um die Akzeptanz des Museums zu erhöhen? Einfach nur warten, bis es fertig ist, und dann wirds schon allen gefallen, das kann es ja nicht sein ...

Das Sprengel Museum ist ja hoch akzeptiert. Und ab Herbst gibt es Außen- und Innenführungen, bei denen alle Interessierten die wunderbaren neuen Räume erleben können - auch im Zusammenhang mit Alt- und Erweiterungsbau. Außerdem wird es beim „Tag der Deutschen Einheit“ eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel würden wir uns über einen Besuch von Bundespräsident Joachim Gauck im Neubau sehr freuen.

Nun ist vom „Klotz“ und „Bunker“ am Maschsee die Rede. Haben Sie einen Spitznamen für den Anbau?

Ich halte es da mit den Berlinern und ihrer kräftigen Sprache, die auch liebevoll-despektierliche Namen für besondere Bauwerke finden. Würde jemand „Brikett“ sagen, wäre das für mich ein Bild der Energie - und die schicken wir in die Stadt.

Was halten Sie in diesem Zusammenhang von der Idee, den Neubau nachts zu illuminieren?

Das Gebäude ist von innen beleuchtet, die Loggien sind nicht klein, es gibt große Fenster nach außen. Weiter sollte man optisch nichts vorwegnehmen. Aber sicher ist: übertünchen - womit auch immer - ist nicht nötig.

Und wann wird die Energie fließen, wann wird das Museum eröffnet nach dem neuesten Stand?

Im Frühjahr 2015 ist der Bau fertig. Nach verschiedenen kleineren Installationen im Sommer, während denen die Klimatechnik eingeregelt wird, wird die Dauerausstellung eingerichtet und 2016 eröffnet.

Mit einem Fest?

Aber sicher. Groß 2016. Mit begeisterten Momenten vorab, wenn das Publikum die Räume mit und ohne Kunst kennenlernt.

Stichwort Finanzen, kommt da noch was?

Der Rat hat den Rahmen beschlossen. Am schönsten wäre es, den gar nicht auszuschöpfen.


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