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Hannover

Comic-Pionier Hansrudi Wäscher ist tot

Er erschuf Figuren wie „Sigurd“, „Tibor“ und „Nick, der Weltraumfahrer“ und prägte in der Nachkriegszeit von Hannover aus die deutsche Comicszene. Nun ist Hansrudi Wäscher im Alter von 87 Jahren gestorben.

Freiburg/Hannover. Er erschuf Figuren wie „Sigurd“, „Akim“, „Tibor“, „Falk“ und „Nick, der Weltraumfahrer“, prägte in der Nachkriegszeit die deutsche Comicszene und machte Hannover zu deren Zentrum: Hansrudi Wäscher. Am Donnerstag ist der gebürtige Schweizer gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Der 1928 in St. Gallen geborene Wäscher kam 1940 nach Hannover. Er machte zunächst eine Ausbildung als Plakatmaler, studierte dann Gebrauchsgrafik an der Werkkunstschule und schlug sich als Illustrator für Zeitschriften und als Plakatmaler für Kinofilme durch.

Seine Stunde schlug 1953: Für den hannoverschen Walter-Lehning-Verlag schuf er seine bekannten Figuren. Bildgeschichten (der Begriff „Comics“ war damals noch nicht verbreitet) galten damals zwar als Schund, waren bei Heranwachsenden aber sehr beliebt - Ritter, Astronauten, Dschungelhelden, solcher Stoff faszinierte im biederen Nachkriegsdeutschland. Gerade mal 17 mal acht Zentimeter im Querformat waren die „Piccolo“-Hefte groß. Sie kosteten 20 Pfennig. Und Wäscher lieferte wie am Fließband: bis zu 50 Seiten pro Woche. Große Kunst entstand so nicht. Aber Kult.

Der Verlag meldete 1968 Konkurs an. Wäscher wechselte zu Bastei, zeichnete „Buffalo Bill“ und zog nach Süddeutschland, ins Breisgau. Wäschers Hefte wurden zu Sammlerstücken, bis heute. Er selbst ging 2002 in Rente, erhielt sechs Jahre später auf dem Comic-Salon in Erlangen den Max-und-Moritz-Sonderpreis - für seine Pionierleistung in der deutschen Comic-Geschichte.


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