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RAUS AUS DEM SCHATTEN: Die Chemical Brothers, hier beim Montreux Jazz Festival 2015, haben nach fünf Jahren Pause ein neues Album herausgebracht.© dpa

Chemical Brothers

Chemical Brothers bringen neues Album heraus

Sie haben es wieder getan. Jede Menge House, eine gute Dosis Funk, eine kleine Prise Techno, dazu treibende Beats, skurrile Sounds und überraschende Gastsänger.

Dies ist das bewährte Rezept auch auf dem neuen Album der Chemical Brothers. „Born in the Echoes“ bietet einen frischen Mix aus dem knallbunten Stil-Cocktail des britischen DJ- und Produzentenduos.

Selbst wenn die großen Zeiten hinter den zwei Ex-Historikern aus Manchester zu liegen scheinen, rühren Tom Rowlands und Ed Simons abermals ein eingängiges, zum Teil auch schräges Programm an. Bei den ganz tiefen, wummernden Rhythmen, die Hits wie „Hey Boy Hey Girl“ (1999) oder „Galvanize“ (2005) weltbekannt machten, halten sie sich ein wenig zurück. Fünf Jahre nach dem letzten Longplayer „Further“ gibt es zwar erneut energisches Gestampfe mit unerwarteten Akzentwechseln, verzerrten Acid-Tönen und futuristisch-heiterem Gequieke aus dem Synthesizer, allerdings werden mitunter die Abgehpassagen mit dezenten Gitarren sowie echtem Bass und Schlagzeug gewürzt.

Ebenso wie die Beteiligung illustrer Gäste, die das Elektro-Potpourri auf ihre eigene Art interpretieren. So ist auf der neuen CD etwa US-Rapper Q-Tip dabei, der schon bei früheren Projekten mitgemischt hatte. Die Singer-Songwriter-Fraktion kommt ebenfalls zum Zuge: St. Vincent haucht persönliche Einsichten ins Mikro, die walisische Glücksfee Cate Le Bon bringt den Titelsong gesanglich in Form, Indie-Ikone Beck darf die Platte beschließen.

Musikalisch bewahren Anspielungen (oder ironische Seitenhiebe?) auf diverse Richtungen die Kreativität der englischen Dance-Päpste. Sie beherrschen leise und humorige Töne - im leicht schlüpfrigen „Taste of Honey“ summt nicht nur der Sampler, sondern auch die Biene. Zur Entspannung werden sphärische Klänge serviert. Doch macht so viel Vielfalt nicht auch etwas orientierungslos? Einige Sound-Collagen wirken recht langatmig, wirklich neue Trends sind nur noch schwer zu setzen. Der Club-Gemeinde dürfte das egal sein: Geht es ums Tanzen, kann den Chemical Brothers weiter wohl niemand so leicht das Wasser reichen

Bewertung 4/5

Chemical Brothers: „Born in the Echoes“ (Universal) - ab Freitag.


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