Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Camille Thomas im Kuppelsaal
Nachrichten Kultur Camille Thomas im Kuppelsaal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:57 21.12.2018
Schnell eingesprungen: Die Cellistin Camille Thomas Quelle: bensonrussell
Hannover

Das ist nie schön, wenn der Star ausfällt, Cellistin Sol Gabetta war kurzfristig erkrankt. Als Ersatz für ihr Kuppelsaalkonzert war Camille Thomas aus Paris am gleichen Tag eingeflogen worden. Klar, dass sie das rare Konzert von Mieczyslaw Weinberg nicht draufhatte.

Also wurde der Abend noch ein bisschen französischer als eh schon geplant mit dem ersten Cello-Konzert von Camille Saint-Saens. Und da zeigte sich die junge Cellistin als ein Ersatz, der so gar keiner war. Sie bewältigte das Konzert lyrischer und schlanker als gewohnt. Das Orchestre Philharmonique de Radio France begleitete vergleichsweise versiert.

Mancher Zuhörer war ein wenig über den Dirigenten irritiert. Der leitete den Abend auch im Sitzen, ein Stuhl stand dem Pult, auf dem Mikko Franck immer wieder Platz nahm. Ein langjähriges Rückenleiden zwingt ihn immer wieder auf die Sitzgelegenheit – nur an den exponierten Stellen, wo Übersicht über das ganze Orchester gefordert war, erhob er sich und erklomm des Dirigentenpult.

Wie beim Hauptwerk des Abends, das es schon gleich zu Beginn gab. Den „Zauberlehrling“ von Dukas gab brachte er als spannungsreiche und detailfreudige Erzählung, schlank und transparent und wohltuend zurückhaltend: eben mehr Goethe als Disney.

Dass man hier auch deutsch spricht, bewiesen die Franzosen mit dem ebenfalls sehr durchsichtigen „Tod und Verklärung“ – kein dickliches Strauss-Pathos, sondern Klarheit mit vielen Feinheiten vor allem im letzten Drittel, die sonst in der üppigen Instrumentation untergehen – Mikko Franck hat das Orchester schon auf Deluxe getrimmt.

Was sich dann im abschließenden „La Valse“ schön bestätigte. Auch hier brachte die Zurückhaltung ein Mehr an Wirkung, kein dominierendes Schlagwerk, keine überdröhnende Pauke, die geheimnisvolle Atmosphäre und dramatische Spannung von Ravels hintergründigster Komposition kamen voll rüber – was auch das Publikum so sah und mit sattem Applaus feierte und als Zugabe ein geschmachtetes Prelude von Heino Paski bekam.

Von Henning Queren

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur „Weihnachtsprogramm für Euch“ - Maybebob im Aegi-Theater

Tolle Stimmen, freundliche Show. Maybebob waren im ausverkauften Aegi und sangen Weihnachtslieder und solche über Donald Trump und Annegret Kramp-Karrenbauer.

24.12.2018

Analoges Spielen boomt, trotz oder gerade wegen der Digitalisierung des Alltags. Und doch gibt es immer wieder Versuche, beide Welten miteinander zu verbinden. Jüngstes Beispiel: „kNOW!“, ein Quizspiel, das den Google Assistant verwendet. Stefan Gohlisch hat sich diesen und andere aktuelle Titel angeschaut.

19.12.2018
Kultur Weinachtslieder mit Grosser Stimme und Grandezza - Patricia Kelly im Aegi-Theater

Patricia Kelly im Aegi-Theater: Stimmstark und unterhaltsam brachte das Mitglied der legendären Kelly-Family Weihnachtslieder und Gospels.

19.12.2018