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Hannover

Cäthe im Chez Heinz: Mit Säule als Baby

Praktisch, so eine Säule auf der Bühne, wenn man von einem „Baby“ singt und keines da ist. Cäthe lächelt selig im Bei Chez Heinz, tanzt viel und spricht wenig. Sie hat Spaß, das sieht man, und steckt 250 Besucher damit an.

Hannover. Zum lässig holpernden Rhythmus von „So oder so“, dem Opener des jüngsten Albums „Vagabund“, kommt sie auf die Bühne des Kellerclubs gehopst. Am Körper ein glitzernder Einteiler, im Gesicht ein breites Grinsen. So oder so: Cäthe, eigentlich Catharina Sieland aus Staßfurt in Sachsen-Anhalt, fühlt sich daheim im Unterwegssein, strahlt einen gewissen ostzonalen Pragmatismus aus, auch im Umgang mit Männern, und singt Zeilen wie „Und das Gute liegt so nahe, liegst du in meinen Armen“ oder „Glaub mir, Honey, da geht dir was durch die Lappen“.

Cäthe könnte eine der ganz Großen sein – wenn sie denn durchgehend herausragendes Material hätte. Natürlich trägt ihre irrsinnig variable Stimme, die wohl kompletteste in Pop-Deutschland, auch eine Ballade wie „Junge aus Sand“. Aber: So klingt Deutschrock von der Stange, die unerträgliche Ina-Müller-haftigkeit des Seins.

Dann doch lieber „Ding“: Wenn sie sich wie hier – und auch bei dem hypnotischen „Unter meiner Haut“ – an der Grenze von Indie und Poprock bewegt, kann Cäthe mit ihrem größten Pfund, dem Gesang, wuchern. Die famose Band – darunter Gitarrist Jens Nickel aus Hannover – macht ordentlich Dampf und baut eine Wall of Sound auf, bei dräuendem „Tabula rasa“ darf man durchaus auch an die guten alten Spätpunks von Wall of Voodoo denken. Das ist famose Frauenmusik, bei der sich mitgebrachte Männer nicht ärgern.


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