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KRIEGSTANZ heißt das Aquarell von George Heriot, das 1804/1805 entstand.

KRIEGSTANZ heißt das Aquarell von George Heriot, das 1804/1805 entstand.© Art Gallery of Windsor

Kunst

Bundeskunsthalle zeigt Leben und Geschichte der Irokesen

In der europäischen Literatur und den Indianerfilmen sind sie oft die Bösewichter. Die sogenannte Irokesenfrisur drückt heute noch Rebellion und Aufmüpfigkeit aus.

Bonn. Das Ansehen der Irokesen - der Name wurde ihnen von ihren Feinden gegeben und bedeutet „Klapperschlange“ - war und ist nicht gerade gut. Ein besseres Image könnte ihnen jetzt eine Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn verschaffen. Bis zum 4. August zeigt die Schau unter dem Titel „Auf den Spuren der Irokesen“ rund 500 Exponate aus Kanada, den USA und Europa, darunter historische Gemälde, Werkzeuge und Gegenwartskunst.

Thema ist auch das Wiedererstarken der irokesischen kulturellen Identität im 20. und 21. Jahrhundert. Und ihr Einfluss auf Europa: Die gesellschaftliche Gleichstellung der Iroquois-Frauen gab der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts wichtige Impulse, in den 70er Jahren wurde ihre Haartracht zum Symbol der Punk-Kultur.

Die Irokesen waren die ersten Indianer, die Franzosen undNiederländer bei der Entdeckung Nordamerikas zu Gesicht bekamen. Das Volk, das in Ostkanada und im Nordosten der USA - in der Region von New York - lebte, war eine der einflussreichsten indigenen Nationen des Kontinents. Durch ihren Handel mit Schmuck und Pelzen, ihr diplomatisches Geschick und ihre Kriegskunst ernteten die Irokesen bei den Europäern Respekt und konnten anfangs teilweise konstruktive Beziehungen mit ihnen eingehen.

Im Unabhängigkeitskrieg zwischen Briten und Amerikanern geriet der Stamm dann ab dem 18. Jahrhundert zwischen die Fronten. Nach der britischen Niederlage mussten die Irokesen zahlreiche blutige Niederlagen gegen die US-Armee einstecken - sie wurden in Reservate zurückgedrängt.

Das Bild der Irokesen sei allzu häufig sowohl positiv als auch negativ überzeichnet worden, so die Kuratorin der Ausstellung, Sylvia Kasprycki. Die Ausstellung blickt aber nicht nur in die Geschichte zurück: Sie will besonders den Irokesen von heute eine Stimme verleihen. Gegenwartskünstler führen mit Skulpturen, Gemälden und Installationen die ganze Tragik der Kolonialzeit vor Augen. Einer der wichtigsten Ausstellungsgegenstände ist ein aus Ahornhaus und Rinde errichtetes Langhaus, das - erstmals in Europa - vor der Bundeskunsthalle nachgebaut wurde. Ein vor dem Haus angelegter Garten zeigt die Anbaukultur der Irokesen, die neben Nahrungsmitteln wie Mais und Kürbissen auch Friedensbäume, sogenannte „White Pines“, pflanzten, unter denen Konflikte beigelegt wurden.


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