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Swiss Life Hall

Bülent Ceylan kann alles, auch Flachwitz - hier Fotos

Bülent Ceylan, der Mann aus "Monnem", begeistert auch in Hannover. 4300 Fans sind für den Comedian mit türkischen Wurzeln am Freitagabend in die Swiss Life Hall gekommen.

Von Carsten Bergmann
Hannover. Dieser Türke kann einfach alles tragen. Schwarzes T-Shirt in Kleidergröße Arjen Robben, roter Schottenrock und offenes Haar. Bülent Ceylan macht aus Comedy brettharten „Haard-
rock“, beherrscht in seiner Show jede Art von Flachwitz mit traumhafter Sicherheit und begeistert 4300 Fans in der ausverkauften Swiss-Life-Hall.

Der Türke aus „Monnem“ (Oxford-Deutsch: Mannheim) ist eine Rampensau. Seine geschriebenen Gags sitzen, und doch ist noch genug Platz für Improvisation.
Seine Stand-up-Qualitäten sind ohnehin unbestritten. Immerhin reiste er zehn Jahre durch die Clubs der Nation, in Lauerstellung, irgendwo entdeckt zu werden. Seit rund sieben Jahren gehört der Mann mit der langen, pechschwarzen Mähne zu Deutschlands lustigster Elite. Seine Shows sind ausverkauft, der Monnemer füllt große Arenen.
Mit seiner aktuellen Tour hat es der 39-Jährige geschafft, sich ein Stück weit zu emanzipieren –
sofern das bei so einem stahlharten Testosteron-Türken überhaupt noch geht.
Der Comedy-Preisträger setzt natürlich weiter auf die beliebten Charaktere Harald, Mannheimer Original und Dauer-Single, den Vollpfosten Hasan, Ex-Pelzhändlerin Anneliese und natürlich Mompfreed, den Hausmeister mit dem Feingefühl einer Bohrmaschine.
Noch mehr aber steht Ceylan selbst als Typ auf der Bühne und erzählt aus seinem Leben zwischen Urologen, abgekauten Fingernägeln und Vorbildfunktionen von Popstars.
Vor allem der Besuch beim Urologen mit dem Zeigefinger im Oberarmformat hat es dem Rocker im wahrsten Sinne des Wortes angetan. Für einen Osmanen wie ihn eine peinliche Angelegenheit. Ein heikles Thema. Denn Türken, so sagte er, hätten überall Probleme, „aba net unnerum“.
Weitaus schmerzfreier streift der „Ceylander“ weiter durch die
Niederungen der Singlebörsen, des Nasepopelns und anderer Hürden des Alltags.
Durch häufigen Rollentausch bleibt die Show dennoch kurzweilig. Dafür sorgt auch jemand, der bislang noch nicht in der Öffentlichkeit des Comedian auftauchte: Bodyguard Ali. Wer sonst? Der ist Libanese und muss einige Klischeewitze über sich ergehen lassen.
Tapfer aber lächelt der Glatzkopf, als Ceylan erzählt, wie er die Patenschaft für ihn übernommen hat – ähnlich, wie sich andere eine thailändische Frau im Katalog aussuchen.
Der Monnemer bleibt seinem Stil treu. Mimik, Gestik, Stimmparodien – das Komiker-Einmaleins beherrscht der Mann, der neben subtilen Vergleichen von Blähung bei Mann und Frau auch Seitenhiebe auf aktuell politische Zustände auf dem Kasten hat.
Ob türkische Internet-Sperren oder die Forderung nach „Anti-Idiotikum“ für die Islamfeinde von „Pegida“ – Berührungsängste und Scheu vor klaren Worten hat Comedian Bülent Ceylan gewiss nicht.
So sind sie eben, die Metaller. Die schrecken vor nichts zurück. Nicht einmal vor zwei Musikeinlagen, die Ceylan in sein Programm eingebaut und mit denen er auch schon beim legendären Wacken-Festival die Bühne gerockt hat. Er setzt eben auf Vollgas. Gags, Pyro-Feuerwerk, große Klappe – das passt zu dem Mann, der ganz besonders stolz auf seine 26 Zentimeter Länge ist. Haarlänge, versteht sich.


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