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Auf einem gemeinsamen Stand präsentieren sich Verlage aus Brasilien.

Auf einem gemeinsamen Stand präsentieren sich Verlage aus Brasilien.© Boris Roessler

Literatur

Buchmesse: Griechenland kämpft

Die Wirtschaftskrise trifft die griechische Verlagsbranche an vielen Stellen gleichzeitig und bringt sie extrem unter Druck."Die Situation ist sehr angespannt", sagte die Direktorin des nationalen griechischen Buchzentrums, Catherine Vélissaris, der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt/Main. "Der Buchverkauf ist um 20 Prozent eingebrochen, und einige Buchhändler mussten bereits aufgeben." Dafür verzeichneten Bibliotheken einen regen Zulauf.

Erschwerend komme hinzu, dass viele Buchhändler in den vergangenen Jahren ihr Filialnetz ausgebaut haben. Jetzt könnten sie die Kredite nicht mehr bedienen. "Dadurch sind sie auch kaum in der Lage, die Rechnungen bei den Verlagen zu bezahlen", sagte Vélissaris. Die Verlage ihrerseits bekämen von den Banken keine Kredite, müssten aber die Papierimporte im Voraus und bar bezahlen. In der Folge hätten sie Schwierigkeiten, die Honorare für Autoren und Übersetzer aufzubringen. "Die gesamte Buchkette ist betroffen, und die Probleme schaukeln sich gegenseitig auf."

Die Branche wolle sich aber nicht unterkriegen lassen. "Bislang hat kein Verlag aufgegeben, wir sind bereit zum Kampf", sagte Vélissaris. Im Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren sich 21 Verlage, zwei haben eigene Auftritte, rund 30 weitere Verleger sind zur Kontaktpflege angereist.

Brasilien will als Ehrengast der Buchmesse im kommenden Jahr 70 Autoren nach Frankfurt schicken. Die führende Wirtschaftsmacht Lateinamerikas lässt sich den Auftritt zehn Millionen US-Dollar (8,1 Millionen Euro) kosten, wie die Organisatoren am Donnerstag ankündigten. In Kunst, Theater und Film will das Land außerdem unter dem Motto "Brasil in every Word" seine ganze Vielfalt zeigen. Brasilien, mit 90 Millionen potenziellen Lesern einer der größten Buchmärkte überhaupt, ist nach 1994 zum zweiten Mal Gastland der weltgrößten Bücherschau.

Die brasilianische Regierung flankiert den Auftritt mit einem internationalen Übersetzungsprogramm von 27 Millionen Euro, das bis zum Jahr 2020 angelegt ist. Das Land hat bereits in den vergangenen Jahren seine Präsenz in Frankfurt stark ausgebaut. In diesem Jahr ist Brasilien auf der Messe mit fast 50 Verlagen und 2600 Buchtiteln vertreten.

Auch die digital getriebene Literatur der Zukunft braucht gute Geschichten, die ihr Publikum emotional berühren - mit diesem Appell eröffnete der amerikanische Schriftsteller Jonathan Gottschall am Donnerstag eine zweitägige Konferenz zur Frankfurter Buchmesse. Die Konferenz StoryDrive will Kreative und Manager aus allen Branchen zusammenbringen, die in irgendeiner Weise digitale Inhalte erstellen - von Verlagen über Film und Fernsehen, Computerspiele bis zu mobilen Anwendungen. In den Vorträgen und Diskussionen geht es um neue Wege des "Storytellings", also des Erzählens von Geschichten.

Digitale Bücher könnten nach Ansicht von Experten handwerklich gedruckten Büchern wieder Vorschub leisten. "Die Leute sitzen immer mehr am Computer, dann kommt wieder die Gier nach einem Buch mit ordentlichem Papier und einer ordentlichen Typografie", meint die Buchkünstlerin Anna Helm aus Halle an der Saale. Kleinstverlagen, die ihre Werke eher als Kunst denn als Produkt sehen, widmet die weltgrößte Bücherschau eine eigene Abteilung.

dpa


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