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Natalie Portman und Regisseur Pablo Larraín haben für ihren Film «Jackie» in Venedig viel Beifall bekommen. Foto: Ettore Ferrari

Natalie Portman und Regisseur Pablo Larraín haben für ihren Film «Jackie» in Venedig viel Beifall bekommen. Foto: Ettore Ferrari

Film

Bravo-Rufe: Natalie Portman als "Jackie" in Venedig

Filme über das Attentat auf John F. Kennedy gibt es einige. Doch wie erlebte seine Frau diese Tragödie? Ein Drama mit Natalie Portman will das nun beantworten - Ovationen beim Filmfest Venedig.

Venedig. Bis heute ist Jackie Kennedy eine Ikone. Diese schmale, zarte Frau mit den perfekten Haaren und makellosen Outfits. Eine Mode-Trendsetterin, die zu den am meisten fotografierten Frauen ihrer Generation gehört.

Doch wer an Jackie Kennedy denkt, sieht auch sofort die Bilder vom Attentat auf ihren Mann vor sich: wie John F. Kennedy von zwei Schüssen getroffen zusammenbricht und die First Lady in Panik versucht, über den Kofferraum der schwarzen Limousine zu fliehen.

Wie aber erlebte Jacqueline Kennedy diese Tage im November 1963? Mit der Oscarpreisträgerin Natalie Portman in der Hauptrolle versucht der Regisseur Pablo Larraín darauf nun eine Antwort zu geben - und nähert sich der Geschichte überraschend differenziert. Sein Film "Jackie" wird fast zur Demontage einer Legende; beim Filmfestival Venedig gab es dafür am Mittwoch Bravo-Rufe.

Dem Chilenen Larraín geht es nicht um das Attentat selbst. Nicht um die Verschwörungstheorien, die es dazu bis heute gibt. Auch die Verhaftung und Erschießung des mutmaßlichen Mörders Lee Harvey Oswald reißt er nur in kurzen Sequenzen an. Stattdessen fokussiert er auf die traumatisierte Witwe, deren Leben in den Tagen nach der Tragödie in Dallas auf dem Kopf steht.

"Ich habe versucht, seinen Kopf zusammenzuhalten", stammelt seine Jackie, als sie sich erinnert, wie ihr Mann auf dem Weg ins Krankenhaus mit zertrümmertem Schädel in ihrem Schoss lag. In dieser Rolle verausgabt sich Natalie Portman: Sie weint, zittert, tröstet ihre Kinder, versucht, Haltung zu bewahren.

Schon beim Psychodrama "Black Swan" über den Kampf zwischen Ballett-Tänzerinnen bewies Portman ihr schauspielerisches Talent. 2011 gab es dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin - und jede Menge Kritik. Ihre Dankesrede wirke wie auswendig gelernt, ärgerten sich viele. Seitdem hängt Portman der Ruf einer Streberin an - und daran erinnert man sich auch in "Jackie".

Man merkt, dass Portman (35) es richtig machen will. Dass sie der Darstellung dieser historischen Figur möglichst nah kommen will. Doch genau das ist ihr Manko: Man sieht Portman an, dass sie schauspielert. Ihre Gesten wirken aufgesetzt, der Akzent gewollt.

Der Regisseur Larraín arbeitet dagegen nuancierter. Zwar unterlegt er zu viele Szenen mit dramatischen Streicherklängen. Doch anders als im öffentlichen Bewusstsein ist seine Jackie Kennedy nicht zurückhaltend, strahlend und freundlich. Sicher, sie ist nach dem Attentat traumatisiert. Doch Larraín zeigt auch eine berechnende Frau, die ihren Willen durchsetzen will und Angst hat, bedeutungslos zu werden.

Zu einer unkritischen Hommage wurde dagegen Terrence Malicks neues Werk: In der Dokumentation "Voyage of Time: Life's Journey", einer deutschen Koproduktion, feiert er die Wunder der Natur und die Entstehung der Erde. Es ist ein assoziativer Bilderrausch mit fantastischen Aufnahmen, die von Cate Blanchetts Stimme mit philosophischen Fragen unterlegt werden. "Voyage of Time" ist sicher eines von Malicks zugänglicheren Werken, doch zugleich fehlt diesem Wettbewerbsbeitrag eine zweite Ebene, wie es sie etwa in seinem gefeierten Kriegsdrama "Der schmale Grat" gab. 

dpa


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