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Jugend spiel für Jugend im Ballhof:So freuen sich die Sieger. Foto: Küstner

Jugend spielt für Jugend

Ballhof: Schülergruppe gewinnt ersten Preis

Schrille und mutige Inszenierung: Eine reine Schülergruppe gewinnt im Ballhof mit ihrem Stück "Per(De)fekt" den ersten Platz des Festivals "Jugend spielt für Jugend".

Von Stefan Gohlisch
Hannover. Sie hatten wirklich Eier: Mit ihrer schrillen und mutigen Inszenierung „Per(De)fekt“ hat eine reine Schülergruppe den ersten Platz bei der diesjährigen Ausgabe des Festivals „Jugend spielt für Jugend“ im Ballhof gewonnen.
Neun Gruppen waren dabei. Erstmals bei dem traditionsreichen Festival, das zum 37. Mal stattfand, mussten sie sich schon in der Konzeptphase bewerben und bekamen anschließend Coaches an die Seite gestellt. Eine Jury bewertete die Ergebnisse, und Sponsor Enercity stiftete die Preisgelder.
Per(de)fekt wurde erdacht von den beiden Schülerinnen Julia Gudi und Shirin Lilly Eissa und mit Gleichgesinnten realisiert. Sie schlagen einen weiten Bogen vom Videospiel „Die Sims“ zum Philosophen Nietzsche und erzählen so virtuos wie gewitzt von einem mysteriösen sprechenden Ei, das die Dynamik in einer Gruppe Jugendlicher auf den Kopf stellt.
„Mit eurer aberwitzigen Geschichte habt ihr uns nicht nur sehr gut unterhalten, sondern uns auch das Gefühl gegeben, dass ihr eine Form, eine Grundsituation und einen Humor gefunden habt, auf deren Grundlage ihr wirklich etwas von euch und für euch Relevantes erzählen könnt“, sagte Jury-Mitglied Florian Fiedler, der Leiter des Jungen Schauspiels in seiner Laudatio. Dafür gab es 3000 Euro Fördergelder für die nächste Produktion der Gruppe.
Den zweiten Platz und damit Fördergelder von 1500 Euro ging an die Theater-AG des Hölty-Gymnasiums Wunstorf unter der Leitung von Inta Funkner, die sich in „R.I.P. – Rest in Pieces“ mit dem Krieg befasste. Dazu setzten die Schüler mal berührende, mal bitterbös humorvolle Szenen zu einer Collage zusammen. „Ihr habt uns damit in Widersprüche geführt, die wir nicht leicht verdauen konnten“, lobte die Kulturschaffende Luna Ali im Namen der Jury.
Einen Klassiker – nämlich Schillers Tragödie „Maria Stuart“ – verschränkten der Darstellendes-Spiel-Kurs und die Theater-AG der Ernst-Reuter-Schule Pattensen mit aktuellen Bezügen wie dem Flüchtlingsdrama und der russischen Rockgruppe Pussy Riot. Unter der Leitung von Petra Schmitmeier entstand ein formal strenges, inhaltlich explosives Gesamtkunstwerk. „Euch gelingt eine radikal heutige und berührende Zuspitzung der Thematik“, so Juror Titus Georgi, Professor an der Musikhochschule.
„Der Sommer deines Lebens“ war das Motto des Festivals. Für die 150 Schüler, die dabei waren, und ihre treuen Zuschauer dürfte sich dieses Versprechen eingelöst haben.


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