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NP Interview

Axel Prahl: „Thiel ist äußerst unmusikalisch“

Als bodenständiger Münsteraner „Tatort“-Kommissar Frank Thiel holt Axel Prahl mit seinem Kollegen Jan Josef Liefers, der den extrovertierten Gerichtsmediziner Professor Boerne gibt, einen Quotenrekord nach dem anderen. Doch Prahl kann auch anders: Der 55-Jährige ist ein exzellenter Musiker und gastiert morgen ab 20 Uhr mit dem Inselorchester im Theater am Aegi. Im NP-Interview spricht er über den FC St. Pauli, seine Liebe zum Meer und über „Tatort“-Kinopläne.

Herr Prahl, haben Sie vorletzten Sonntag noch ein Glas Astra getrunken auf die wundersame Rettung des FC St. Pauli?

Ja, selbstverständlich haben wir die Gläser geschwungen. Es war wie ein … wie soll ich sagen … wie ein inneres Bollerwagenrennen.

Dass Sie ein Pauli-Fan sind, ist ja nicht zu übersehen. Sie haben in den „Tatort“-Folgen immer ein St.-Pauli-T-Shirt an, oder?

(überlegt) Mmmh, ich glaube, es gab lediglich einen „Tatort“, in dem ich nicht in einem Pauli-T-Shirt zu sehen war. Das Nachthemd von Herrn Thiel ist normalerweise das schwarze mit dem weißen Totenkopf.

Tragen Sie auch privat, quasi außer Dienst, St.-Pauli-Shirts?

Eher selten. Es sei denn, ich gehe ins Millerntorstadion.

Ihre Leidenschaft für St.-Pauli ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass Sie auch Musiker sind.

Och, mittlerweile wissen das schon einige.

Fühlen Sie sich eher als Musiker oder als Schauspieler?

Von Haus aus bin ich eigentlich Musiker. So ging das Ganze mal los, ich habe ja Musik auch auf Lehramt studiert. Dann wurden die Weichen gestellt, und erfreulicherweise, muss man sagen, habe ich mich für die Schauspielerei entschieden. Ich weiß ja, wie hart es im Musikgeschäft ist. Ich sehe es an den Kollegen, die mit mir auf der Bühne stehen, wie schwer es dann doch ist, sich durchzusetzen und erfolgreich zu sein. Und zugegebenermaßen hilft mir da die Popularität durch den Tatort. Andersherum war es auch so in den ersten Konzerten, dass manche Herrschaften mit verschränkten Armen im Publikum saßen, dann aber meistens sehr positiv überrascht waren.

Wo sind Sie musikalisch zu verorten? Haben Sie Vorbilder?

Oh, musikalische Vorbilder gibt es eigentlich sehr, sehr viele. Da würden wir lange reden, wenn ich die alle aufzählen würde. Von der Stimme her - die ist ja auch eher rauchig belegt - ist schon ein bisschen Jazz und Soul mit dabei, ja.

Sie sind wieder unterwegs mit dem Inselorchester, die Tournee läuft unter dem Titel „Blick aufs Mehr“. Sie sind anscheinend recht nahe am Wasser gebaut …

(lacht) Ich bin in Schleswig-Holstein geboren, das liegt sehr nahe am Wasser, ja. „Meerumschlungen“ heißt es ja in der Hymne von Schleswig-Holstein, und dementsprechend findet das Meer auch einen Platz in meinem Herzen.

Sie haben eine besondere Beziehung zum Meer, nicht wahr?

Ja. Ich glaube, das werden viele bestätigen, die am Meer groß geworden sind: Das prägt einen doch wirklich sehr. Und man vermisst es auch bisweilen, und das führt dann wiederum dazu, dass man sich hinsetzt und Lieder darüber schreibt.

Sie haben eine Band, Jan-Josef Liefers hat auch eine. Gibt es Pläne, irgendwann zusammen im „Tatort“ zu singen?

Ich darf das vielleicht mal vorsichtig formulieren: Diese Frage ist schon so oft gestellt worden, da werden Sie nichts Neues herausholen. Bei unserem allerersten Tatort, da sangen wir mal gemeinsam „Comandante Che Guevara“, und damit hatte sich das Thema dann auch erledigt. Es ist auch so: Der Kommissar Thiel kann wahrscheinlich gar nicht singen, der ist äußerst unmusikalisch.

Die „Münster“-Tatorte brechen regelmäßig Quoten-Rekorde, am vergangenen Sonntag sahen 13,01 Millionen Leute „Erkläre Chimäre“, erfolgreicher war nur „Mord ist die beste Medizin“ mit 13,22 Millionen Zuschauern. Da stellt sich ja die Frage: Haben Sie Sorge, dass Til Schweiger Sie mit seinem Hamburger Action-„Tatort“ überholt?

Wir stehen ja nicht mit Til Schweiger in Konkurrenz. Er ist, wie einige andere auch, ein guter Kollege von uns.

Til Schweiger hat ja schon einen „Tatort“-Kinofilm eingetütet. Für Münster gab es ähnliche Pläne. Wie weit sind die gediehen?

Dass das stattfinden wird, davon kann man in jedem Fall ausgehen. Wir gucken jetzt erst mal und lassen uns erfreulicherweise auch die Zeit dafür. Ich denke, es wäre nicht klug, mit Herrn Schweiger einen Wettlauf zu veranstalten und auf die Schnelle was ins Kino zu bringen. Wir loten das in aller Ruhe aus und hoffen, dann irgendwann eine gute Geschichte im Kino präsentieren zu können.

Axel Prahl und das Inselorchester live: Donnerstag ab 20 Uhr im Theater am Aegi. Eintrittskarten kosten 36,25 bis 48,35 Euro.


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